Weniger Verbrechen in Södertälje
Wirkungsvoller Prozess

Verbrechensrate in Södertälje sinkt markant

„Die Schießereien haben aufgehört"
2:27 min

Seit der Festnahme von 17 mutmaßlichen Kriminellen hat die Schwerstkriminalität in der südlich von Stockholm gelegenen Stadt Södertälje markant nachgelassen. Die Männer gehören dem so genannten Södertälje-Netzwerk an, das in den vergangenen Jahren für erhebliche Unruhe in der Stadt gesorgt hat. Im derzeit laufenden Gerichtsverfahren, das als Schwedens bisher größter Gangster-Prozess gilt, müssen sich die Männer für mehrere Morde sowie Entführung und Erpressung verantworten.

Für die Einwohner Södertäljes ist das alltägliche Leben wieder ruhiger geworden -  fast so normal wie in anderen Städten, in denen keine Banden Schutzgelder eintreiben und auf offener Straße mit anderen Gangs abrechnen. Lars-Erik Hanhart aus dem Vorort Geneta spürt die Veränderung deutlich. Im Schwedischen Rundfunk erzählt er: „Die Stimmung hat sich komplett verändert. Meine Nachbarn trauen sich endlich wieder, ein paar Worte zu wechseln. Die Kinder sind viel mehr draußen, weil die Schießereien aufgehört haben. Früher gab es hier jede Woche eine Schießerei. Es ist wirklich ein enormer Unterschied.“ 

Die schwerwiegendste Tat des Södertälje-Netzwerkes ist der Mord an einem Fußballspieler des Zweitligisten Assyriska und dessen Bruder in einem illegalen Pokerclub vor mittlerweile zwei Jahren. Dem Fall kam symbolische Bedeutung zu. Bei den Ermittlungen arbeitet die örtliche Polizei mit neun weiteren Behörden gemeinsam beim Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Unter den Festgenommenen ist auch der Anführer des Netzwerkes. 

Polizeipräsident Patrick Ungsäter begrüßt die Auswirkungen der Massenfestnahme auf die Stadt. „Es ist sehr erfreulich, dass deutlich weniger Gewaltverbrechen verübt werden und auch Drohungen und Erpressungen rückläufig sind. Ich bin davon überzeugt, dass sich das auf den laufenden Prozess zurückführen lässt.“ 

Akteuren die Hände binden 

Die Rate bei Schwerverbrechen ist in Södertälje um 14 Prozent zurückgegangen: Wurden im ersten Quartal vergangenen Jahres noch 3.500 Verbrechen angezeigt, so sank die Zahl im selben Zeitraum diesen Jahres auf 3.000. Weiter zeigt die Statistik des Beirates für Verbrechensprävention (Brå), dass die Autoeinbrüche und –diebstähle sogar um 40 Prozent nachgelassen haben. 

Auch bei Drohungen und Waffenvergehen lässt sich ein Rückgang um ein Drittel verzeichnen, freut sich Polizeipräsident Ungsäter: „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Kern der Personen, die sich nun vor Gericht verantworten müssen, starken Einfluss auf die schweren strategischen Verbrechen hatte, also Verbrechen wie Drohungen, Körperverletzung, Diebstahl und Mordversuch. Aber die Taten dieser Personen haben auch auf andere Arten von Verbrechen abgefärbt.“

Liv Heidbüchel/ Karin Wettre

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