Bahnte vielen Nachfolgern den Weg: Stieg Larsson
Kino

Hollywood reißt sich um schwedische Krimis

Begehrte Morde made in Sweden
1:55 min

Das schwedische Krimi-Phänomen macht auch vor Hollywood nicht halt. Mittlerweile geht die Begeisterung der amerikanischen Filmproduzenten für den Stoff aus Skandinavien sogar so weit, dass sie sich die Erstverfilmungsrechte schon sichern, bevor die Bücher ins Englische übersetzt wurden.

Im Falle eines Krimi-Debüts des Autors Alexander Söderberg habe eine US-Agentur sogar schon zugeschlagen, als das Buch noch gar nicht fertig geschrieben war, berichtet die Tageszeitung „metro“. Eine neue, für die Autoren durchaus lukrative Entwicklung. Bisher waren es vorwiegend einheimische Film- und Fernsehproduzenten, die sich um die Rechte für die Erstverfilmung schwedischer Krimis stritten.

Zuletzt profitierte der populäre Krimiverfasser Leif GW Persson von dem Interesse aus Übersee. Er verkaufte die Filmrechte für seine Reihe über den chronisch übellaunigen Polizisten Evert Bäckström kürzlich nach Hollywood.

Die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson ist das wohl prominenteste Beispiel dafür, dass die Amerikaner auch vor der Neuverfilmung schwedischer Krimis nicht zurückschrecken, die gerade erst über die europäischen Kino- Leinwände flimmerten. Im Falle der Millenium-Filme zumindest gibt der Erfolg den Produzenten Recht: Spielte das letztes Jahr erschienene Hollywood-Remake von „Verblendung“ weltweit doch mehr als zweimal so viel ein wie das schwedische Original.

Nun soll auch das Erstlingswerk von Jens Lapidus, in Deutschland unter dem Titel „Spür die Angst: Stockholm crime“ veröffentlicht, in den USA neu verfilmt werden. Der Beststeller des Stockholmer Strafverteidigers, in dem es um den Überlebenskampf in der Unterwelt der schwedischen Hauptstadt geht, lief erst vor zwei Jahren hierzulande in den Kinos.

Der Literaturagent Tor Jonasson geht davon aus, dass das amerikanische Publikum die schwedischen Stories gerade wegen der lebensnah gezeichneten Charaktere so schätzt. Hinzu komme, dass die meisten schwedischen Roman-Helden nicht nur in einem Buch, sondern in Serie ermitteln.

Das mache sie für das Publikum wie auch für die Produzenten gleich in mehrfacher Hinsicht interessant.

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