Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på https://kundo.se/org/sverigesradio/
Lundin Oil im Sudan, Luftaufnahme
Völkerrechtsverbrechen im Sudan

Aktionäre von Lundin Petroleum fordern Klarheit

Aktionäre debattieren Lundins Sudan-Geschäfte
3:30 min

Das Rentenversicherungsunternehmen Folksam hat als Aktionär des Mineralölkonzerns Lundin Petroleum (vormals Lundin Oil) eine unabhängige Untersuchung der Frage gefordert, ob Lundin Petroleum in Völkerrechtsverbrechen im Sudan verwickelt war. Die Unternehmensleitung hat ähnliche Forderungen bislang stets zurückgewiesen. Bei der am Donnerstag tagenden Aktionärsversammlung standen denn auch die Zeichen auf Sturm.

Lundin Petroleums mögliche Verwicklung in Völkerrechtsverbrechen sorgt weiter für Unruhe. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sich der Mineralölkonzern im Sudan derartiger Verbrechen schuldig gemacht hat. Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Dennoch macht Rentenversicherer Folksam nun Druck auf Lundin Petroleum. Angeregt hat die neuerliche unabhängige Prüfung der Situation von 1997 bis 2003 Carina Lundberg Markow, die bei Folksam die Interessen der Aktionäre vertritt. 

Im Schwedischen Rundfunk erklärte sie: „Es gibt ja die Redewendung, wonach Vertrauen gut ist, aber Kontrolle besser. Im Nachhinein haben Freiwilligenorganisationen unter anderem sehr belastende Zeugenaussagen veröffentlicht. Wir würden es daher begrüßen, wenn Lundin Petroleum belegen könnte, worauf sie ihre Argumentation stützen. Es sollte die Möglichkeit geben, zügig herauszufinden, welche Verantwortung dem Unternehmen im kritischen Zeitraum zukommt. Die Verantwortung Einzelner zu klären, ist Sache der Staatsanwaltschaft.“ 

Die Freiwilligenorganisationen hatten ausgehend von ihrem Material den Mineralölkonzern beschuldigt, für Massaker an Zivilisten mitverantwortlich zu sein. So soll Lundin in der kriegsgeschüttelten Region dazu beigetragen haben, dass Einwohner ölreicher Gebiete mit Gewalt vertrieben wurden. Dabei seien tausende Menschen den sudanesischen Truppen und Milizen zum Opfer gefallen. Die Vorwürfe gegen Lundin Oil beziehen sich zwar nicht auf eine direkte Beteiligung an den Übergriffen, dennoch trage das Unternehmen eine Mitschuld an den begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 

„Nicht stören“ 

Mit dem hauseigenen Expertengutachten zum Für und Wider unabhängiger Ermittlungen hatte Lundin Petroleum den ehemaligen Oberstaatsanwalt Sven-Erik Alhem betraut. Alhem unterstrich im Schwedischen Rundfunk erneut, dass von weiteren Untersuchungen zum jetzigen Zeitpunkt dringend abzuraten sei. 

„Die Frage, ob man parallel zu laufenden Ermittlungen noch an einem weiteren Gutachten arbeiten soll, taucht nicht nur bei diesem Unternehmen auf. Es gibt meiner Ansicht nach viele Gründe, weshalb man laufende Ermittlungen in der Regie der Staatsanwaltschaft nicht stören oder im schlimmsten Fall sogar zunichtemachen sollte. Man sollte Vertrauen in die Arbeit der Staatsanwaltschaft haben, zumal sich Lundin Petroleum bereit erklärt hat, auf Nachfrage zusammenzuarbeiten.“ 

Von innen kritisieren 

Besonders brenzlig ist der Fall wegen der Verbindungen von Außenminister Carl Bildt zum Unternehmen. So gehörte Bildt zwischen 1997 und 2003 dem Aufsichtsrat des damaligen Lundin Oil an. Bildt hatte bisher die Position vertreten, die Vorwürfe könnten mit seinem damaligen Posten nicht in Zusammenhang gebracht werden. 

Bei der heutigen Aktionärsversammlung waren längst nicht alle Rentenversicherer derselben Meinung wie Folksam. Selbst wenn die Forderung nach einer unabhängigen, von Lundin Petroleum finanzierten Untersuchung nicht erfüllt werde, wolle Folksam weiter an seinen Lundin-Aktien festhalten, betont Carina Lundberg Markow: „Viele finden das sicher nicht richtig. Gleichzeitig ist es ja so: Wenn auch der letzte, moralisch engagierte Aktionär das Unternehmen verlässt, dann ist niemand mehr da, der Forderungen stellt. Die Frage ist, ob das besser wäre.“

Liv Heidbüchel

Relaterat

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".