Finanzminister Anders Borg schaut mit einem Auge auch auf Griechenland. (Foto: Sveriges Radio)
Euro-Krise und Griechenland

Sorge aus sicherem Abstand

"Für Schweden nicht so dramatisch"
1:22 min

Auch Finanzminister Anders Borg schließt ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone nicht länger aus. Die Situation sei nach der gescheiterten Regierungsbildung und den damit verbundenen Neuwahlen sehr ernst, sagte Borg gegenüber dem Schwedischen Fernsehen am Dienstagabend. Griechenland müsse versuchen die Zusagen zu erfüllen oder die Euro-Zone verlassen.

Die anstehenden Neuwahlen in Griechenland sind verbunden mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass sich dann Kräfte durchsetzen, die sich nicht an das mit der EU ausgehandelte Maßnahmen- und Sparpaket halten wollen. Eine Situation, die auch Finanzminister Anders Borg Anlass zur Sorge gibt: „Ich glaube alle sehen ein, dass die Situation sehr ernst ist. Es gibt wohl kaum einfache Lösungen, es sei denn die Griechen bekommen eine Regierung, die sich an die Abmachungen hält oder zumindest vernünftige Gründe für neue Verhandlungen nennt. Wenn das nicht geschieht, wird es wohl schwer, Griechenland in der Euro-Zone zu halten.“

Schwedische Banken kaum betroffen

Vor allem Länder wie Frankreich und Deutschland bangen um den griechischen Staatsbankrott, weil dann auch deutsche und französische Banken betroffen sein könnten. Diese müssten dann mit Steuermitteln aufgefangen werden. Das Nicht-Euro-Land Schweden sei nur mittelbar betroffen, so Borg: „Was Schweden betrifft, ist das nicht so dramatisch. Unser Bankensystem ist nicht sehr exponiert. Unser Handel mit Griechenland ist nicht sehr groß. Das Risiko für uns liegt darin, wenn die Weltwirtschaft betroffen ist.“

Schweden hält also Sicherheitsabstand zur Situation in Südeuropa, mahnt aber zu vernünftigem wirtschaften und haushalten in der Euro-Zone.

Dieter Weiand

„Schweden kann sich nicht von der europäischen Wirtschaft absondern“

Ein drohender Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, verbunden mit einem Staatsbankrott hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die schwedische Wirtschaft, zu diesem Schluss kommen neben Finanzminister Anders Borg auch die meisten Wirtschaftsexperten. Hubert Fromlet ist ehemaliger Chefökonom der Swedbank und Professor für internationale Wirtschaft an der internationalen Handelshochschule im südschwedischen Jönköping und bestätigt im Gespräch mit Radio Schweden diese Auffassung.

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