Wenn es schon eine Französische Schule in Stockholm gibt...
Sorge um Integration

Skepsis gegenüber irakischen Schulen

Gemeinsame Schule und gemeinsame Sprache
2:24 min

Das Ansinnen des Irak, in Schweden irakische Grundschulen zu errichten, stößt bei schwedischen Behörden und Politikern nur auf wenig Begeisterung. Es wird befürchtet, dass dadurch die Integration nicht gerade gefördert wird. Die irakischen Stellen verweisen dagegen auf die vielen Menschen irakischer Abstammung, die zurzeit in Schweden leben, sowie auf die Deutsche und die Französische Schule.

Rund 250.000 Menschen irakischer Abstammung leben derzeit in Schweden. Die irakische Regierung möchte deshalb eigene Schulen in Schweden errichten, unter anderem auch, um durch Unterricht in der Landessprache die Rückkehr in den Irak zu erleichtern, wie der irakische Botschafter, Hussein Al-Ameri, gegenüber Radio Schweden erklärt:„Viele Iraker, die in Schweden leben, möchten, dass ihre Kinder ihre Muttersprache lernen. Die Kinder müssen ihr sprachliches und kulturelles Erbe behalten. Außerdem wollen viele irakische Familien früher oder später zurückkehren.“

Einen formellen Antrag gibt es noch nicht. Die irakische Regierung, die diese Schulen auch finanzieren will, möchte erst mal das Terrain sondieren und beruft sich dabei auch auf den Umstand, dass es beispielsweise eine Deutsche Schule gibt. Partik Levin von der Schulaufsichtsbehörde weist darauf hin, dass eine irakische Schule in Schweden eine Reihe von Kriterien erfüllen und sich schwedischen Verhältnissen anpassen müsste: „Nehmen wir die Deutsche Schule zum Beispiel, wo nach dem deutschen Lehrplan unterrichtet wird und Hauptsprache Deutsch ist. Aber man hat sich dort auch den schwedischen Verhältnissen und dem schwedischen Lehrplan angepasst.“

Unterricht hauptsächlich auf Arabisch

Ob dies auch von einer irakischen Schule geleistet werden kann, bezweifelt Levin. Auch die Vorsitzende des Bildungsausschuss im Reichstag, die konservative Margareta Pålsson, ist skeptisch, dass irakische Kinder hauptsächlich auf Arabisch in Schweden unterrichtet werden sollen: „Wir haben ja als Ziel, die Integration zu fördern. Dies erreichen wir dadurch, dass Einwanderer schneller schwedisch lernen, schneller eine Arbeit bekommen und dass Schüler, die in einem anderen Land geboren wurden, in das schwedische Schulwesen integriert werden. Wir können nichts zulassen, was dem entgegenwirkt.“

Pålsson erhält dabei auch Unterstützung von Ibrahim Baylan. Der bildungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten sagt gegenüber der Zeitung Riksdag & Departement, dass eine gemeinschaftliche Gesellschaft eine gemeinsame Sprache und eine gemeinsame Schule voraussetze.

Anna Nell Florén / Dieter Weiand

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