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Atomkraft in Schweden: Lebensabend noch fern (hier: AKW Forsmark, Foto: Tomas Oneborg/Scanpix)
Betreiber erwartungsvoll

Atomkraftwerke in Schweden erst 2045 vom Netz?

„Wir brauchen neue Atomreaktoren"
3:59 min

Schwedens Atomkraftwerke stellen sich auf ein langes Leben ein. Gegenwärtig laufen umfassende Modernisierungsarbeiten. Danach sollen die Meiler für den Betrieb bis 2045 gerüstet sein. Die
Industrie hofft zudem auf einen Neubau von Atomkraftwerken - doch die Politiker sind zögerlich.

„Die schwedische Kernkraftindustrie investiert rund 50 Milliarden Kronen in mehr Sicherheit, eine verlängerte Lebensdauer und höhere Leistung der bestehenden Atomkraftwerke“, so der Chef des Energieunternehmens E.On Kärnkraft, Ingemar Engkvist, im Schwedischen Rundfunk. 50 Milliarden Kronen, umgerechnet 5,5 Milliarden Euro – das entspricht in etwa den Kosten für einen gänzlich neuen Reaktor. Diese Summe also investieren die Betreiber in den kommenden zehn Jahren, um sämtliche zehn Reaktoren aufzurüsten, die derzeit in Schweden im Betrieb sind. Die Lebensdauer der Reaktoren soll so auf insgesamt 60 Jahre verlängert werden. Die älteste Anlage müsste demnach 2032 vom Netz genommen werden, die zwei modernsten Reaktoren, Forsmark 3 und Oskarshamn 3, könnten bis 2045 arbeiten. Göran Hult, Forschungsleiterbeim Energieversorger Fortum, sagt denn auch insbesondere den zwei letztgenannten Reaktoren eine lange Lebensdauer voraus: „Ich bin überzeugt, Forsmark 3 und Oskarsham 3 werden 60 Jahre lang laufen. Der Reaktor 1 in Oskarsham ist hingegen ein bisschen klein. Aber vielleicht besteht ja die Möglichkeit, einen neuen, etwas größeren Reaktor zu bauen, der dann früher ans Netz gehen könnte.“

Historischer Beschluss

Aus ihrem Interesse, neue Atomkraftwerke zu bauen, machen die schwedischen Betreiber keinen Hehl. Rein theoretisch steht diesem Vorhaben nichts entgegen: Vor fast genau zwei Jahren kippten die Parteien der bürgerlichen Koalition unter Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt das Gesetz, das seit der Volksabstimmung von 1980 den Bau neuer Atomkraftwerke untersagt hatte. Der 17. Juni 2010 war ein Freudentag für die drei Unternehmen, die in Schweden Kernkraftwerke betreiben – E.On, Fortum sowie Vattenfall, wo sich schon heute eine ganze Abteilung mit Möglichkeiten für den Bau neuer Anlagen befasst. „Ich bin überzeugt, dass wir in Schweden eine neue Generation Atomreaktoren brauchen“, so Göran Hult von Fortum. „Ich bin nicht ganz sicher, dass es dazu kommt, aber ich glaube es.“

Nichts Genaues weiß man nicht

Bei aller Hoffnung geben sich die drei Betreiber abwartend: Noch hat die Politik kein Signal für den Bau neuer Atomkraftwerke gegeben. Obgleich das Gros der Schweden Kernkraft grundsätzlich befürwortet, und innerhalb der Parteienlandschaft nur Linkspartei und Grüne konsequente Gegner dieser Energieform sind, gab es noch keinen konkreten Vorstoß für einen Neubau von Anlagen. Mit Spannung sieht man insbesondere der Entwicklung bei den Sozialdemokraten entgegen, die zwar laut Parteitagsbeschluss die Kernkraft abwickeln wollen. Gleichzeitig hatte der neue Parteichef Stefan Löfven in seiner Funktion als Gewerkschaftsfunktionär aber dem Willen der Mehrheit der Gewerkschafter entsprochen und den Ausbau der Kernkraft propagiert. Zumal nach der Katastrophe von Fukushima entbehrt die Frage selbst im atomkraftbegeisterten Schweden nun nicht einer gewissen Sensibilität. Auf die Reporterfrage des Schwedischen Rundfunks, wie er es denn mit der Kernkraft halte, antwortet Löfven denn auch ausweichend, es gehe vor allem um langfristig verlässliche Spielregeln für Privatpersonen und Industrie. „Aber ich möchte eine Antwort auf die Frage, was Sie von neuer Kernkraft halten!“, versucht es der Reporter erneut. Antwort: „Da können wir hier noch den ganzen Tag stehen.“

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