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Einer, der die Vorzüge von Müll schon lange zu schätzen weiß
Recycling Nebensache

Schweden rüstet sich für Müll-Import

Import-Müll für hungrige Anlagen
2:24 min

Die schwedischen Fernwärmekraftwerke lechzen nach Müll, den sie in Strom und Wärme für die energieintensiven schwedischen Haushalte umwandeln können. Der hiesig produzierte Abfall reicht für die Kapazität der rund 30 Anlagen aber nicht aus. Dennoch investieren die Betreiber Milliardenbeträge in den weiteren Ausbau ihrer Anlagen. Gefüttert werden sollen diese mit Müll aus aller Welt.

5,5 Millionen Tonnen Haushaltsmüll werden jährlich in den schwedischen Verbrennungsanlagen zu Strom und Wärme verarbeitet. Dass das Geschäft mit dem Müll lukrativ ist, scheint sich inzwischen herumgesprochen zu haben: Das Interesse am Ausbau der Müllverbrennung wächst stetig. Sollten alle geplanten Anlagen in die Tat umgesetzt werden, so würde Schweden in sechs bis acht Jahren 30 Prozent mehr Abfall verbrennen als heute. 

Um ein Mehr an Müll aus Schweden dreht es sich dabei kaum, dafür ist die Bevölkerung zu sehr aufs Recycling getrimmt. Die Interessenorganisation Avfall Sverige geht davon aus, dass künftig rund 1,6 Millionen Tonnen Müll importiert werden müssen, um den Bedarf der Anlagen zu decken. Da die Länder, in denen Müll-Wiederverwertung ein Fremdwort ist, deutlich in der Mehrheit ist, dürfte der Import von Abfällen nach Schweden kein Problem sein. 

EU-Regel für mehr Recycling 

Kritisch gegenüber dem Handel ist dagegen Hans Wrådhe von der Naturschutzbehörde. Gegenüber Radio Schweden sagte er: „Auf lange Sicht ist uns sehr an einer Entwicklung weg von der Müllverbrennung gelegen. Die EU-Abfallrichtlinie und auch der schwedische Plan für Müllverarbeitung, den unsere Behörde kürzlich ausgearbeitet hat, besagt, dass die Lagerung und Verbrennung von Müll dem verstärkten Recycling weichen soll.“ 

Erst kürzlich wurde bekannt, dass etwa das Energieunternehmen Fortum Värme 6.000 Tonnen Haushaltsmüll aus Neapel importieren will. Das ist zwar nur ein verschwindend geringer Teil sowohl für die Möglichkeiten der Verbrennungsanlagen in Schweden als auch die Müllberge in Italien, macht aber das Ungleichgewicht in dieser stinkenden Angelegenheit deutlich. Wrådhes Kollegin bei der Behörde, Catarina Östlund, unterstreicht, dass gegen die Müllverfrachtung aus aller Herren Länder nach Schweden zumindest kurzfristig gesehen nicht allzu viel einzuwenden sei. 

„Müll aus beispielsweise Italien zu importieren und hier zu verbrennen, sehen wir kurzfristig durchaus als akzeptable Alternative. Der Abfall liegt sonst ohne jeglichen Nutzen auf der Kippe herum. Wenn man den Müll verbrennt, entstehen immerhin Elektrizität und Wärme. Langfristig muss aber Italien seine eigenen Anlagen aufrüsten, um dem Müllproblem an Ort und Stelle beizukommen.“

Liv Heidbüchel/Annika Digréus/Olgica Lindquist

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