Nyamko Sabuni
Geschlechtsverstümmelung

Ministerin fordert gynäkologische Zwangsuntersuchung an Schulen

Gleichstellungsministerin Nyamko Sabuni will für alle Mädchen in der Oberstufe schwedischer Schulen eine obligatorische gynäkologische Untersuchung einführen. Laut dem umstrittenen Vorschlag sollen auf diese Weise Fälle von Geschlechtsverstümmelung entdeckt werden können.

Bereits 2006 hatte Sabuni, damals als Parlamentsmitglied, entsprechende Zwangsuntersuchungen unter Verweis auf Genitalverstümmelung gefordert. In ihrem Newsletter aktualisierte die Ministerin nun ihre Forderung unter Verweis auf den Fall eines Elternpaares aus Gambia, das kürzlich wegen Verdachts auf schwere Geschlechtsverstümmelung ihrer Tochter festgenommen worden war.

Bei den übrigen Koalitionspartnern findet die liberale Politikerin für ihre Forderung jedoch kein Gehör. Repräsentanten von konservativen Moderaten, Christdemokraten und Zentrumspartei sagten dem Schwedischen Rundfunk auf Anfrage, obligatorische Untersuchungen seien nicht der richtige Weg, um Geschlechtsverstümmelung vorzubeugen. Die Fraktionsführerin der Christdemokraten, Emma Henrikson, sagte, wichtig sei Kompetenz bei den Personen, die mit den Mädchen vor den Sommerferien Kontakt hätten, so bei Schulkrankenschwestern, Lehrern und Mitarbeitern von Polikliniken. Vielfach wurde die Befürchtung geäußert, dass Mädchen während des sommerlichen Aufenthalts in den Heimatländern der Eltern der Geschlechtsverstümmelung unterzogen werden.

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