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Die Figur wird auch als Puppe verkauft - noch
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Aus dem Film „Liten skär och alla små brokiga" (Bild: Stina Wirsén)
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Stina Wirsén
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John Jennings, Dozent für bilddende Kunst und Lilla hjärtat (Foto: Rob Mach)
Künstlerische Freiheit

Totalstopp für „unpassende" Kinderbücher - Skandal reicht bis in USA

Nach lang anhaltenden Diskussionen um die Kinderbuchfigur „Lilla hjärtat" (etwa: „Schätzchen") gibt sich die Illustratorin Stina Wirsén geschlagen. Keines der seit 2006 erscheinenden Bücher, in dem die Figur vorkommt, wird künftig mehr verkauft. Der Kinderbuchverlag Bonnier Carlsen zieht somit erstmals in seiner Geschichte ein Buch zurück.

Gegenüber der Tageszeitung Dagens Nyheter teilte Stina Wirsén mit, sie selbst habe bei dem traditionsreichen Bonnier-Verlag diese Entscheidung angeregt. Bei „Lilla hjärtat" handelt es sich um ein kleines Mädchen mit tiefschwarzer Haut, Zöpfen und vollen Lippen. Die Illustratorin hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten massiver Kritik ausgesetzt gesehen, wonach die Figur rassistische Stereotype verkörpere.

Auslöser war die Premiere eines Kinofilms mit der Figur im September gewesen. Der Film war daraufhin ebenfalls zurückgezogen worden.

Dass ihre Figur als anstößig bewertet werde und es Menschen gebe, die sich von ihrem Aussehen verletzt fühlten, bedauere sie, schreibt Wirsén nun in ihrer Stellungnahme. Ihre Absicht sei stets die gegenteilige gewesen. Sie habe mit „Lilla hjärtat" ein „starkes Vorbild, eine Heldin" schaffen wollen. Von Seiten des Verlages hieß es knapp, man sei „sehr traurig" über die Situation, stehe jedoch „voll und ganz" hinter der Entscheidung der Zeichnerin.

Unterdessen weitet sich der Skandal auch geografisch aus. John Jennings, Kunstdozent an der Universität in Buffalo im US-Staat New York, sagte dem Schwedischen Rundfunk, das Bild sei „sehr problematisch". Bei „Lilla hjärtat" handele es sich um ein „rassistisches Stereotyp eines schwarzen Kindes". Es sei eine von Weißen erfundene Figur, die von dem Bild ausgehe, dass sich der Weiße von einem schwarzen Kind mache. Jennings erklärte, er habe das Bild an andere Künstler in den USA weitergeschickt und mit einem Aufruf versehen, Kindern keine rassistischen Bilder mehr zu verkaufen.

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