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Stühle waren sehr begehrt (Foto: Sveriges Radio)
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Die Auswahl enorm (Foto: Scanpix)
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Ein letztes Mal anstehen vor Råsunda (Foto: Sveriges Radio)
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Ein paar Stücke vom Rasen macht den richtigen Fan glücklich (Foto: Rickard Fredén/Sveriges Radio)
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Ein letzter Familienausflug (Foto: Bengt Hansell/Sveriges Radio)
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Die Stimmung war wie nach einer gewonnenen Meisterschaft (oto: Bengt Hansell/Sveriges Radio)
Abschied von Råsunda

Fans auf Souvenirjagd der besonderen Art

„Das geb ich meinem Enkel, der ist AIK-Fan"
2:38 min

Tausende Fans konnten am Wochenende vom Fußballstadion Råsunda auf ganz besondere Weise Abschied nehmen. Sie durften sich aus dem Stadion, das nach 75 Jahren abgerissen werden soll, Souvenirs mitnehmen. Eine Gelegenheit, die sich viele nicht entgehen lassen wollten.

Råsunda vor den Toren Stockholms im Vorort Solna ist ein Urgestein schwedischer Fußballgeschichte. Das 75 Jahre alte Stadion war mit seinen 36.600 Plätzen die Heimat von Traditionsverein AIK Stockholm, 1958 wurde die Fußballweltmeisterschaft dort ausgetragen, 1998 das Finale im Europapokal der Pokalsieger. Doch jetzt ist Schluss damit. Der schwedische Fußballverband hatte 2006 entschieden, das Stadion abzureißen. Unmittelbar in der Nähe ist die moderne Friends-Arena entstanden, mit knapp 55.000 Plätzen und einem schließbaren Hallendach.

Vor dem offiziellen Abriss von Råsunda durften jetzt die Fans auf Souvenirjagd gehen. Gut 5.000 kamen an diesem Sonntag, viele von ihnen mit Spaten, Schraubenschlüssel, ja sogar Flex-Säge ausgerüstet.

Ein Stück Rasen

Martin Roslund war einer von ihnen. Er hat sich mit dem Spaten ein Stück vom Rasen ausgegraben:„Das hat schon viel Bedeutung. Ich war hier so oft. Tragisch, dass es abgerissen wird.“

Leo Rubio machte sich daran, einen Teil des Geländers abzumontieren, auch wenn er nicht genau weiß warum: „Weiss noch nicht genau. Ich habe eine große Küche“, erklärt er dem Schwedischen Fernsehen.

Gunlög Raile hat einen Stadionsitz ergattert: „Das geb ich meinem Enkel, der ist AIK-Fan. Jetzt hab ich schon ein Weihnachtsgeschenk für ihn.“

Auch der junge William Abrahamsson ist eingefleischter AIKler. Für ihn war es eine Herzensangelegenheit: „Das ist vom Rasen und Stühle. Das Gras pflanze ich zu Hause an.“

Wehmut am Weihnachtsabend

Was normalerweise strengstens verboten und nur den Ultras vorbehalten, war an diesem Sonntag völlig legal. Für viele Fans daher wie ein vorgezogener Weihnachtsabend. Für Leo Rubio aber auch ein trauriger Anlass: „Da ist schon etwas Wehmut dabei. Wie die Leute hier auch plündern. Gleichzeitig ist es doch gut, dass die Leute so bei der Sache sind.“

Einige pflegten dabei offensichtlich nicht nur sportliche Sentimentalitäten. Im Internet sind bereits die ersten Anzeigen vom Inventar aus Råsunda aufgetaucht. Unter anderem ein Pissoir – abzugeben an einen „netten Kerl“.

Dieter Weiand

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