Testfahrten-Mekka Arvidsjaur bekommt Konkurrenz aus Värmland
Norrbotten gegen Värmland

Wintertestfahrten jetzt auch im Sommer

Schweden will auch im Sommer Wintertestland Nummer Eins sein
2:16 min

Die Provinzen Norrbotten und Värmland liefern sich derzeit ein Wettrennen darum, wer die erste überdachte Anlage für Auto-Wintertests bauen darf. Denn die schwedischen Winter reichen offenbar für die Nachfrage an Testfahrten nicht mehr aus.

Seit Jahren ist Schweden Europas Wintertestland Nummer Eins. Auch wenn den Bewohnern des Landes der Winter lang vorkommt – aus dem Testfahrten-Geschäft lässt sich noch weit mehr herausholen, zum Beispiel in den Sommermonaten bei tiefsten Wintertemperaturen in der Halle. So steht die Kommune Sunne im westschwedischen Värmland in den Startlöchern für den Bau der Climate Arena. 

„Die Autohersteller müssen künftig noch viel schneller neue Modelle auf den Markt bringen“, weiß Arena-Projektleiter Kent Nordgren. „Auch ist der Wettbewerb härter geworden.“ 

Ergänzung statt Konkurrenz 

Die skizzierte Anlage in Sunne sieht Fahrtstrecken auf einer Gesamtlänge von 7 Kilometern vor, auf denen die Temperatur auf bis zu minus 40 Grad abgesenkt werden kann. Kostenpunkt: Umgerechnet fast 600 Millionen Euro. Für Arvidsjaur und Arjeplog in Nordschweden, bisher das Mekka der Wintertests, bedeutet das Konkurrenz. Doch davon will Projektleiter Nordgren nichts wissen. „Wir sehen das als großartige Ergänzung“, beteuert er im Schwedischen Rundfunk. „Die Anlage stärkt den Standort Schweden und eröffnet so viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit."

Beim Unternehmen Icemakers, das vor allem in Arjeplog tätig ist, sieht man das komplett anders. Der zuständige Marketingchef Michael Lindeman verfolgt eigene Pläne zum Bau einer überdachten Anlage. Dass sich nun gerade so weit im Süden die Konkurrenz bereit macht, kann er nicht nachvollziehen – schließlich kommen die Kunden seit 40 Jahren in den Norden. „Hier gibt es die persönlichen Beziehungen und hier sind weite Teile der globalen Fahrzeugindustrie im Winter angesiedelt."

EU-Gelder machen’s möglich 

Wo und ob überhaupt etwas aus der geplanten Halle wird, steht allerdings noch in den Sternen. Zunächst müssen die Autohersteller von der neuen Idee überzeugt werden. Auch bei der Finanzierung ist noch alles offen. Fest steht nur: Bei der Höhe der Kosten läuft ohne Zuschüsse sowohl von Staatsseite als auch aus Brüssel ohnehin nichts.

Liv Heidbüchel/Johan Prane

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".