Freizonen für Flüchtlinge ohne Papiere?

Politikerprotest gegen Jagd auf Illegale

Nachdem die Regierung die Polizei aufgefordert hat, effektiver bei der Auffindung von illegalen Flüchtlingen vorzugehen, regt sich jetzt bei Politikern nahezu aller Couleur Protest. Auslöser ist die intensive Jagd nach Ausländern ohne Papiere vor allem in der Stockholmer U-Bahn.

Die migrationspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Ferm, forderte im Schwedischen Fernsehen SVT, diese Art der Kontrollen zu verbieten. Der Stockholmer Stadtrat von der Zentrumspartei, Per Ankersjö, sagte der Tageszeitung Dagens Nyheter, die Vorgehensweise sei ekelerregend. Die Zentrumspartei schlägt vor, in der Hauptstadt Freizonen für illegale Flüchtlinge einzurichten, wo diese nicht verfolgt werden.

Auch von Seiten der Christdemokraten und der Linkspartei wurde Kritik geäußert. Lediglich der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Reichstag, Johan Person, ist der Meinung, dass die Polizei ihren Aufgaben nachkommen solle. Sein Parteikollege, Integrationsminister Erik Ullenhag, bezeichnete es dagegen als unakzeptabel, wenn Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe kontrolliert würden. Politiker der großen Parteien wie Sozialdemokraten und Konservative wollten den Vorgang nicht kommentieren.

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