Bereits im letzten Herbst hatten Isaf-Soldaten eine schwedische Klinik gestürmt
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Isaf-Truppen stürmen schwedische Klinik in Afghanistan

Eine Klinik des Schwedischen Afghanistankomitees ist zum wiederholten Male von einer Isaf-Einsatztruppe gestürmt worden.

Laut Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters sollen die Soldaten eine Führungsfigur der afghanischen Oppositionstruppen gesucht haben, die sich in den Räumlichkeiten versteckt haben soll. Die unter Nato-Führung stehenden Truppen seien mit Hubschraubern bei der nahe Kabul gelegenen Klinik gelandet und hätten den Nachtwächter überwältigt. Nach Angaben des Schwedischen Komitees sind bei dem Einsatz mehrere medizinische Apparate, sowie Fenster und Türen beschädigt worden.

Man sei überzeugt, dass es sich um ausländische Spezialeinsatztruppen gehandelt habe, so der Landeschef des Komitees, Andreas Stefansson, gegenüber der Nachrichtenagentur TT. Es sei jedoch unklar, ob nur US-Amerikaner darunter waren. Das Komitee bezweifle, dass die Isaf das Recht habe, in eine Klinik einzudringen und diese die halbe Nacht zu besetzen – selbst wenn sich ein Oppositionsmitglied in der Klinik befände, so Andreas Stefansson.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres war eine weitere Klinik der Organisation in einem ähnlichen Militäreinsatz gestürmt worden.  

Bei dem Schwedischen Afghanistankomitee handelt es sich nach eigenen Angaben um eine politisch und religiös unabhängige Organisation. Über 5.000 Mitarbeiter sind in dem Land tätig, die überwiegende Mehrheit sind Afghanen.  

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