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EURES-Beratung um Fuss zu fassen

Spezialisten mit Sprachkenntnissen können in Schweden Glück haben

Publicerat fredag 15 mars 2013 kl 13.00
„Schwedisch wollen sie nur lernen, wenn wirklich ein Jobb in Sicht ist"
5:46 min
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Gloria Cunha Byström, EURES-Beraterin in Uppsala (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
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Die blanke Fassade des Arbeitsamts spiegelt einen Teil des „anderen Uppsala" wider (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)

Immer mehr Menschen aus den Krisenökonomien der EU suchen im Ausland nach Arbeit. Viele benutzen dabei EURES, das EU-Kooperationsnetz für Stellenangebote in Europa.  Portugal erlebt zurzeit den schwersten Konjunkturrückgang seit 1975. Allein auf Portugiesisch gehen bei den schwedischen EURES-Ratgebern jeden Monat fast 100 Anfragen per E-Mail ein. Gloria Cunha Byström ist als EURES-Beraterinnen in Uppsala auf sie spezialisiert.

In der weiten Halle des nagelneuen Gebäudes vom Arbeitsamt herrscht Hochbetrieb. Arbeitssuchende scrollen in Computern durch die Jobangebote oder hasten zu Gesprächsterminen mit den Beratern. Mitarbeiter des Arbeitsamts verteilen Broschüren über Info-Kampagnen für Schulabgänger und leiten die Besucher weiter. Gloria Cunha Byström schaut sich kurz im Gewimmel um und steuert auf ein leeres Konferenzzimmer zu.

„Im EURES-Internet ist angegeben, dass ich Portugiesisch, Französisch und Spanisch spreche. Dadurch wenden sich viele Arbeitssuchende aus diesen Ländern an mich. Zurzeit fragen hauptsächlich Portugiesen. Die meisten haben ein positives Bild von Schweden als Arbeitsland und möchten deshalb hierher übersiedeln.“

Jugendarbeitslosigkeit

Verwunderlich ist die Suche im Ausland nicht. Die Arbeitslosigkeit in Portugal stellt einen traurigen Rekord von 17 Prozent dar. „Es gibt in Portugal - und auch in Spanien - eine große Gruppe von Menschen, die es wirtschaftlich sehr schwer haben. Die nicht glauben, dass sie dort eine Zukunft haben. Das sind einerseits neuexaminierte Akademiker und andererseits qualifizierte Menschen, die befürchten, dass sie ihre Arbeit vielleicht bald verlieren.“

Schwedische Arbeitgeber suchen hauptsächlich Mitarbeiter, die bereits Erfahrung haben. „Wir versuchen natürlich etwas Passendes zu finden, wenn es geht. Das ist besonders bei erfahrenen Ingenieuren oder Spezialisten in der Gesundheits- und Krankenpflege der Fall.“

Aber die Arbeitslosigkeit in Portugal ist gerade unter jungen, weniger erfahrenen Menschen besonders verbreitet: rund 40 Prozent der jungen Arbeitnehmer finden keinen Job.Viele junge, gut ausgebildete Portugiesen, zieht es ins Ausland.Um sich dort verständigen zu können, büffeln immer mehr die großen Sprachen zukunftsträchtiger Wirtschaftsräume: Mandarin oder Russisch. Schwedisch ist kaum gefragt, Land und Sprache sind klein.

Englisch allein reicht nicht

Aber ohne wenigstens ein klein bisschen Schwedisch zu sprechen, laufe bei der Arbeitssuche hierzulande sogar für erfahrene Kräfte so gut wie gar nichts. Obwohl viele Portugiesen gut Englisch können, sagt die EURES-Beraterin: „Die Forderung nach Schwedischkenntnissen seitens der Arbeitgeber ist für manche ein großes Hindernis. In letzter Zeit sind zwar einige Kurse aufgetaucht, aber ich bekomme oft zu hören: ‚Ja natürlich kann ich Zeit und Geld investieren, um Schwedisch zu lernen. Aber nur, wenn ich garantiert eine Stelle bekomme oder zumindest ein Angebot in Sicht ist.‘“

Der wichtigste Teil ihrer Arbeit sei, den Ratsuchenden ein realistisches Bild der Lage auf dem schwedischen Arbeitsmarkt zu vermitteln, sagt Gloria Cunha Byström. „Bei Anfragen aus Portugal habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen Familienmitglieder haben, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren ausgewandert sind. Oft nach Frankreich und Deutschland, wo man damals leicht Arbeit bekam. Heute ist das in Schweden anders. Hier sind solche Stellen für ungelernte Arbeitskräfte fast völlig verschwunden. Viele Portugiesen glauben, sie könnten hier erst mal einen Job für Anlernlinge bekommen und bei der Arbeit Schwedisch lernen. So einfach ist das nicht.“

Kontaktnetz unabdingbar

Wer auf eigene Faust nach Schweden kommt, um Arbeit zu suchen, braucht neben den Sprachkenntnissen ein finanzielles Polster für die Zeit der Jobsuche: „Außerdem sage ich immer, dass in Schweden persönliche Kontakte sehr wichtig sind. Viele Stellen werden durch die richtigen Verbindungen besetzt. Wenn man neu in einem Land ist, hat man selbstredend kein großes Kontaktnetz. In Schweden ist bei der Jobsuche sehr wichtig, dass man jemanden hat, der einen empfiehlt.“

Nicht selten entstehen die richtigen Kontakte auf den EURES-Jobmessen. „Wir reden im Vorfeld mit schwedischen Unternehmen. Wenn wir wissen, welches Personal sie brauchen, schicken wir das Material nach Portugal: Unsere Kollegen dort treffen schon mal eine Vorauswahl und machen Gesprächstermine aus. Dann treffen entweder die schwedischen Unternehmen selbst oder wir als ihre Stellvertreter die Kandidaten“, erläutert Gloria Cunha Byström die Vorgehensweise. „Zusätzlich informieren wir auch in einem Seminar über die Verhältnisse in Schweden.“

In Norwegen gefragt

Im Anschluss an diese Seminare melden sich oft Arbeitssuchende bei den EURES-Beratern. Nach Byströms Erfahrung sind die Portugiesen gern gesehene Arbeitskräfte. In der norwegischen Ölbranche suche man ausdrücklich erfahrene Ingenieure aus Portugal, weil sie tüchtig seien und gut Englisch sprechen. Auch bei den schwedischen Unternehmen spricht sich die Kompetenz der Portugiesen zunehmend herum, meint Gloria Cunha Byström.

Sybille Neveling


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