Anders Borg lässt Kleinparer in Ruhe
Schweden macht sich Sorgen

Borg: „Entwicklung auf Zypern aufmerksam verfolgen“

Borg beruhigt Kleinsparer
2:32 min

Finanzminister Anders Borg ist besorgt über die Entwicklung in Zypern. Es bestehe die Gefahr, dass sich durch die Probleme auf der Mittelmeerinsel auch die Situation in Griechenland verschlechtere, sagte Borg am Dienstagabend im Schwedischen Fernsehen unmittelbar nachdem das Parlament in Nikosia ein Rettungspaket mit der Zwangsabgabe auf Sparguthaben abgelehnt hat. Auch das Nicht-Euro-Land Schweden müsse die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Das Scheitern des EU-Hilfspaketes regte Finanzminister Anders Borg dazu an, kurzfristig in den Abendnachrichten des Schwedischen Fernsehens aufzutreten. Die Entwicklung gebe Anlass zur Sorge, so Borg, die Folgen für Schweden seien jedoch überschaubar: „Man sollte Auswirkungen auf Schweden nicht übertreiben, weil wir relativ gut dastehen. Aber das ist Teil einer Entwicklung, vor der wir gewarnt haben. Wir haben weiter eine politische Unsicherheit in Italien. Es gibt enge Verbindungen zwischen Griechenland und Zypern. Wenn die Probleme auf Zypern also ernst werden, wird es auch in Griechenland schlimmer. Bisher haben die Märkte dies relativ gelassen aufgenommen. Aber wir müssen die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen“

Im gesamten Verlauf der Eurokrise wurde die schwedische Regierung nicht müde darauf hinzuweisen, dass Schweden ohne den Euro zwar relativ gut dastehe, die schwache Konjunktur in vielen europäischen Ländern sich aber auch hierzulande bemerkbar machen werde.

Schwedische Sparer beruhigen

Das europäische Krisenmanagment wollte der Finanzminister dagegen nicht näher kommentieren. Borg machte jedoch darauf aufmerksam, dass die ursprüngliche Idee, die Kleinsparer mit einer Steuer zu belegen, doch ein außergewöhnlicher Ansatz gewesen sei. Der Finanzminister beeilte sich gleichzeitig, die schwedischen Sparer zu beruhigen:

„Die Konten von Kleinsparern sind nicht Teil unserer Überlegungen. Unsere Banken sind sicher. Die Garantie für Spareinlagen ist gesichert. Diese Diskussion ist für uns nicht aktuell.“

Borg spielt auf die Bankenkrise in Schweden in den 1990er Jahren an. Die Regierung hatte damals via Bürgschaften die Banken auf eine solide Grundlage gestellt. Jetzt müssen die Kreditinstitute hierzulande ihre Spekulationsgeschäft solide absichern. Auch bei der Absicherung von Spareinlagen hat Schweden etwa bei der Krise um die isländische Kaupthing-Bank gezeigt, dass das Geld von Kleinsparern sicher ist.

Die jetzige Situation auf Zypern sei jedoch anders zu bewerten, meint Borg: „Da geht es auch um Gelder, die wegen Steuerflucht und Geldwäsche auf Zypern gelandet sind. Da sollte man schon diskutieren, ob man diese Mittel auf den größeren Konten nicht mit einer Steuer belegt, damit Zypern zur Beruhigung der finanziellen Situation selbst auch beitragen kann. Aber die Belastung von kleineren Sparern sollte deutlich reduziert, wenn nicht gar ausgenommen werden.“

SVT/Dieter Weiand

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