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„Försäkringskassan" ist die Kranken- und Sozialversicherung Schwedens
Hatz auf Sozialbetrüger

Wenn der Nachbar misstrauisch wird, liegt er meist falsch

Ein Volk von Denunzianten?
2:38 min

Die Schweden lieben es offenbar, ihre Nachbarn als Sozialbetrüger zu denunzieren. Wie die Gratiszeitung Metro meldet, geht die staatliche Krankenkasse sehr oft Betrugsanzeigen von Privatpersonen nach. In neun von zehn Fällen sind die Vorwürfe allerdings unbegründet. Leidtragende sind die Hilfsorganisationen.

Die Regierung hat den Sozialbetrügern den Kampf angesagt und die Versicherungskasse angewiesen, ihre Kontrollen auszuweiten. Dem ist die Kasse auch nachgekommen. Viele Fälle wurden dabei aufgedeckt, wie etwa mehrere umfassende Betrügereien über persönliche Assistenten für Behinderte. Der Schaden ging in die Euro-Millionenhöhe.

Gleichzeitig wird die Krankenkasse jedoch von einer Flut von Anzeigen überschwemmt. Von den im vergangenen Jahr 19.503 eingeleiteten Ermittlungen, gründen sich knapp die Hälfte (8.931 = 46 Prozent) auf private Hinweisen aus der Nachbarschaft oder Umgebung des Verdächtigen. Wie die Kasse bestätigt, erweisen sich jedoch neun von zehn dieser Fälle als unbegründet.

Meist grundlos

Linda Olofsson leitet die Kontrollabteilung und bestätigt gegenüber Radio Schweden, dass die Nachforschungen meistens sehr rasch ergeben, dass die angezeigte Person gar keine Beiträge oder Unterstützung bezieht, und der Fall abgeschlossen werden kann. Oft fehlten auch wesentliche Informationen, um einem Fall überhaupt weiter nachgehen zu.

Was dabei herauskommt, ist ein Klima des Misstrauens und der Missgunst, meint der Sprecher des Behindertenverbandes (HSO) Michael Klein: „Wer ein Anrecht auf Unterstützung hat und auch dringend darauf angewiesen ist, fühlt sich in Frage gestellt – nicht nur von den Nachbarn, sondern auch von den Behörden. Es ist nicht so leicht, die Unterstützung von der Versicherungskasse zu bekommen. Da wird streng geprüft, und es muss medizinisch belegt werden. Mit Betrug können wir uns überhaupt nicht identifizieren.“

Kasse bschwichtigt

Zu diesem Bild würden vor allem die Politiker und die Krankenkasse beitragen, die überall Betrug vermuten, so Klein weiter. Die Kasse bemüht sich dagegen Öl auf die Wogen zu gießen.

„Die meisten wollen korrekt sein. Oft handelt es sich um ein Missverständnis, oder es wurde nicht genau hingesehen. Lediglich bei 300 Personen hatten wir den starken Verdacht auf eine kriminelle Handlung“, sagt Linda Olofsson. Die Versicherungskasse macht gleichzeitig deutlich, dass sie niemanden dazu ermuntert, den Nachbarn anzuzeigen.

Jenny Hallberg/Dieter Weiand

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