Sucht nach Unterkünften: Einwanderungsamt
Untersuchung des Schwedischen Fernsehens

„Asyl-Industrie" lockt mit großen Gewinnen

Die Aufnahme von Asylbewerbern in Schweden entwickelt sich in wachsendem Maße zu einem Wirtschaftszweig, in dem Privatunternehmer mit öffentlichen Finanzmitteln hohe Gewinnspannen erzielen können. Dies belegt das Schwedische Fernsehen SVT am Beispiel der Vermietung von Unterkünften für Asylsuchende.

Laut dem SVT-Programm "Uppdrag granskning" (etwa: "Auftrag Enthüllung") mietet die Einwanderungsbehörde jährlich in großem Umfang Privatimmobilien an, um Asylbewerber unterzubringen. Das Amt motiviert dies mit dem Mangel an Wohnungen. Wie das am Mittwochabend ausgestrahlte Programm belegt, sind aber in vielen der untersuchten Ortschaften durchaus freie Wohnungen vorhanden. 

Die privaten Vermieter von Immobilien erhalten von der Einwanderungsbehörde vergleichsweise hohe Summen. So berichtet SVT von dem Dorf Glava im mittelschwedischen Värmland. In dem 200 Einwohner starken Dorf platzierte die Einwanderungsbehörde rund 200 Asylbewerber, wobei ein altes Gästehaus zum Asylbewerberheim umfunktioniert wurde. Für jeweils ein Zimmer mit 15 Quadratmetern Grundfläche, in dem sechs Personen untergebracht wurden,  stellte der Betreiber dem Einwanderungsamt monatlich umgerechnet knapp 5300 Euro in Rechnung.

Im Laufe dieses Jahres werden in Schweden rund 50.000 Asylbewerber erwartet. Die Hälfte der Neuankömmlinge kommt voraussichtlich bei Angehörigen und Freunden unter. Für die übrige Hälfte muss das Einwanderungsamt Unterkünfte bereitstellen.

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