Werbeanruf geblockt?
Debatte über Sperrung von Mobilnummern

Keine Verkaufsgespräche übers Handy

"Nix" is nix fürs Handy
2:21 min

Handybesitzer sollen besser vor lästigen Werbegesprächen geschützt werden. Eine landesweiten Sperrliste von Verkaufsgesprächen für Mobiltelefone einzuführen, wie es sie für feste Telefonanschlüsse bereits gibt, würde aber einen gegenteiligen Effekt haben. Dies erklärt der Ombudsman für Verbraucherschutzfragen gegenüber dem Schwedischen Rundfunk. Während die Werbebranche begehrliche Blicke auf die schwedischen Mobiltelefone wirft, wünscht sich der Ombudsmann ein zuverlässigeres System, das Reklameanrufe verhindert.

Nix – so heißt die branchenübergreifende Organisation mit einem Register, in das jeder Schwede seine Festnetznummer eintragen lassen kann, um nicht von Verkaufsgesprächen belästigt zu werden. Das System funktioniert einigermaßen. Meistens hat man seine Ruhe – nur ab und zu gibt es schwarze Schafe, die sich nicht um diese Sperrliste kümmern und trotzdem anrufen.

Davon, dieses System jetzt auch auf Mobiltelefone auszuweiten, hält der für Verbraucherschutzfragen zuständige Ombudsmann Gunnar Larsson jedoch nix: „Heute ist es ja verboten, Handys für Verkaufsgespräche anzurufen. Wenn man da jetzt ein Nix-Register einführt, liegt die Verantwortung, sich abzumelden, plötzlich beim Verbraucher. Wer das nicht macht, wird den Verkaufsgesprächen ausgesetzt.“

Begehrte Handybesitzer

Nix fußt auf einer Übereinkunft der verschiedenen Branchen, die Sperrliste zu beachten. Mobiltelefongespräche sind dabei generell nicht erlaubt. Doch die Begehrlichkeiten der Unternehmen sind im Laufe der Jahre stärker geworden, wie der Ombudsmann weiß: „Es gibt ja immer weniger Festnetzanschlüsse und immer mehr Handys. Ich kann mir schon vorstellen, dass man da einen großen Markt vor Augen hat. Aber damit würde man von seinen ethischen Richtlinien abweichen“, meint Larsson. Als Versuchsballon hatte „Nix“ schon mal eine Liste für Mobiltelefone einführen wollen, hatte das Vorhaben jedoch rasch unter Vorgabe technischer Probleme eingestellt. Tatsache ist, dass die Möglichkeit in der Branche derzeit diskutiert wird.

Der Ombudsmann fordert dagegen die Einführung eines völlig neuen Modells: „Wenn man an die Probleme mit der Werbebranche denkt, sollte man anders vorgehen: Jeder einzelne Telefonbesitzer sollte ausdrücklich für Werbe- und Verkaufsgespräche seine Erlaubnis erteilen – sowohl im Festnetz als auch für Handygespräche.“

Man sollte die Verantwortung, Werbegespräche ausdrücklich abzulehnen, den Verbraucher abnehmen, meint Larsson. Dieses Modell würde dann einer Lösung im Internet ähneln, wo Unternehmen fragen, ob sie einen Newsletter schicken dürfen. Doch auch dieses System wird bereits häufig umgangen, indem Unternehmen mit Gewinnen locken, wenn man ihren Newsletter abonniert.

Marcus Ericsson/Dieter Weiand

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