Wilhelm Agrell
Schwedischer Experte warnt

"Gefahr aus Nordkorea nicht unterschätzen"

Der schwedische Geheimdienstexperte Wilhelm Agrell hat vor einer Eskalation der Lage auf der koreanischen Halbinsel gewarnt. Die Situation sei gefährlicher, als die USA, Südkorea und viele Beobachter annähmen, sagte Agrell der Nachrichtenagentur TT. 

In unsicheren Situationen neige man dazu, Analysen ausgehend von der gesunden Vernunft zu treffen, so Agrell. Die aggressiven Signale aus Nordkorea tue man als Drohgebärden ab. Mit der vernünftigen Überlegung, wonach sich das Land mit einem Militärschlag nur selbst schaden würde, komme man einem Gegenüber wie Nordkorea aber nicht notwendigerweise bei. Ähnlichen Irrtümern sei man bereits 1962 vor der Kuba-Krise und 1990 vor der Invasion Kuweits durch den damaligen irakischen Diktator Saddam Hussein aufgesessen. Unterdessen hieß es vom schwedischen Außenministerium, Schweden verfolge die Entwicklung sehr aufmerksam.

"Nordkorea sondiert das Terrain"

Nordkorea hatte die Botschaften in der Hauptstadt Pjöngjang, darunter auch die Botschaft Schwedens, vor Auswirkungen auf ihre Sicherheit im Falle eines Konfliktes gewarnt. Die Sicherheit der diplomatischen Vertretungen sowie von internationalen Organisationen könne ab dem 10. April nicht mehr garantiert werden. Ein Sprecher des schwedischen Außenministeriums sagte TT, Nordkorea habe keine Evakuierung angemahnt, sondern vor allem das Terrain sondiert. Schweden betrachte die Situation mit großer Unruhe und stehe mit den übrigen EU-Ländern in Kontakt. Schweden gehört zu den wenigen westlichen Ländern, die in Nordkorea eine Botschaft unterhalten. Diese agiert unter anderem als "Schutzmacht" für die USA. Sie behandelt somit bei Bedarf humanitäre und konsulare Schutz-Angelegenheiten sowie administrative Aufgaben, die US-Interessen in Nordkorea betreffen. Die schwedische Botschaft repräsentiert außerdem Australien, Kanada und die übrigen nordeuropäischen Länder.

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