Immer mehr Eltern erstreiten sich das alleinige Sorgerecht vor Gericht
Neues Familiengesetz

Schweden streiten sich mehr ums Sorgerecht

Seit der Einführung eines neuen Familienrechts vor sieben Jahren werden immer mehr Sorgerechtskonflikte vor Gericht ausgetragen.

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Sorgerechtszwiste auf über 5.000 nahezu verdoppelt – und dies, obwohl sich die Zahl der Trennungskinder in den vergangenen Jahren kaum verändert hat, meldet die Tageszeitung Dagens Nyheter. Seit 2006 gilt ein neues Familienrecht in Schweden, mit dem es erleichtert werden soll, einem Elternteil das alleinige Sorgerecht zu zusprechen. Das Gesetz wurde damals geändert, nachdem Gerichte in mehreren Fälle trotz häuslicher Gewalt oder Drogenproblemen auf geteiltes Sorgerecht entschieden hatten.

Seit der Gesetzesänderung sehen die Gerichte auch mangelnde Zusammenarbeit seitens eines Elternteils als Grund für ein alleiniges Sorgerecht an. Wie Anna Singer, Professorin für Familienrecht, der Tageszeitung sagte, werden Eltern mit dem neuen Regelwerk ermuntert, die Zusammenarbeit zu verweigern, um damit das alleinige Sorgerecht zu erreichen. Es sei sehr leicht, Kooperationsschwierigkeiten zu erzeugen, so Singer. Man müsse lediglich zu allem Nein sagen.

Laut Justizministerin Beatrice Ask soll das Familiengesetz und seine Auswirkungen nun erstmals untersucht werden. Bis 2014 soll die Untersuchung anlaufen, so die Justizministerin.

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