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Bis zur Torte zum Arbeitsende soll es in Zukunft länger dauern. Foto: Scanpix
Anhebung des Renteneintrittsalters

Schweden sollen länger arbeiten

Schwedische Arbeitnehmer sollen später als bisher in Rente gehen - sowohl diejenigen, die nicht mehr arbeiten können oder wollen, als auch jene, die gerne noch weiter an ihrem Arbeitsplatz bleiben würden. Das schlägt eine Expertenkommission in einem Bericht an die Regierung vor.

Momentan liegt das reguläre gesetzliche Rentenalter in Schweden bei 65 Jahren. Bereits mit 61 Jahren kann man sich - mit entsprechenden Abschlägen - aus dem Arbeitsleben verabschieden, aber wer möchte, hat auch das Recht, bis 67 weiterzumachen. Im Durchschnitt gehen Arbeitnehmer in Schweden derzeit mit gut 63 Jahren in Rente.

Zu früh, um eine alternde Bevölkerung auch in Zukunft versorgen zu können, meinen die von der Regierung und den Sozialdemokraten beauftragten Fachleute, die am Dienstag ihre Vorschläge zur Reform des Rentensystems vorgestellt haben. Alle Prognosen deuteten darauf hin, dass die Lebenserwartung in Schweden weiter ansteigen wird. Um Renten garantieren zu können, von denen man tatsächlich auch leben kann, sei es daher notwendig, dass mehr Leute länger arbeiten.

Altersgrenzen sollen mit Lebenserwartung steigen

Dazu sollen die verschiedenen Altersgrenzen in Zukunft an die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung gekoppelt werden. Nach derzeitigen Prognosen würde das so genannte "Richtalter" für den Renteneintritt damit 2019 zunächst auf 66, einige Jahre später auf 67 Jahre angehoben werden. Mit Abschlägen soll man erst ab 63 in Rente gehen können, während das Recht auf Weiteranstellung bis 69 Jahre gelten soll. Sollten die Vorschläge letztendlich so umgesetzt werden, würden alle damit zusammenhängenden Altersgrenzen, auch in anderen Sozialsystemen, jedes Jahr neu berechnet und dann gegebenenfalls angepasst.

"Der allerwichtigste Grund für die Änderung ist, dass die derzeitige Altersgrenze aus den 50er-Jahren stammt. Der Arbeitsmarkt sieht heute anders aus und wir müssen die Altersgrenze aktualisieren und modernisieren," sagte Ingemar Eriksson, der für den Expertenbericht verantwortlich zeichnet, dem Schwedischen Rundfunk.

Mehr Flexibilität für ältere Arbeitnehmer

Bereits heute können oder wollen jedoch viele nicht bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters arbeiten. Daher haben sich die Experten ebenfalls damit beschäftigt, wie man dies ändern kann:

"Hier geht es nicht nur um Regelungen zum Rentenalter, sondern in hohem Maße auch darum, wie wir erreichen, dass Menschen im Arbeitsprozess bleiben und länger arbeiten können. Wir präsentieren eine große Anzahl an Vorschlägen, was Arbeitsschutz, Weiterbildung und finanzielle Anreize angeht, um das Bleiben am Arbeitsplatz zu erleichtern," so Ingemar Eriksson auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Papiers.

Unter anderem soll älteren Arbeitnehmern der Wechsel in eine andere berufliche Laufbahn erleichtert werden, wenn sie den bisherigen Job nicht mehr weitermachen können oder möchten. Dazu soll man zum Beispiel mit staatlicher Unterstützung studieren oder sich anderweitig weiterbilden können. Außerdem wollen die Fachleute, dass Arbeitszeiten, Aufgaben und das konkrete Arbeitsumfeld jedes einzelnen flexibler an das jeweilige Alter angepasst werden können. Wer nur eine geringe Rente erhält, soll leichter etwas dazuverdienen können, ohne dass gleich wieder Leistungen gestrichen werden. Und schließlich soll der Staat auch Geld in Forschung auf dem Gebiet investieren, um herauszufinden, wie das Ziel einer längeren Lebensarbeitszeit erreicht werden kann.

Langer politischer Prozess bis zur Umsetzung

Politisch beschlossen sind die Vorschläge der Experten damit jedoch noch lange nicht. Vertreter von Regierung und Sozialdemokraten, die bei der Gesetzgebung in Rentenfragen zusammenarbeiten, wollten sich am Dienstag nicht konkret zu einer möglichen Änderung der Altersgrenzen äußern. Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt, der vor gut einem Jahr noch mit seinem Vorstoß für eine langfristige Anhebung des Rentenalters auf 75 Jahre für Wirbel gesorgt hatte, sagte lediglich, dass man bei steigender Lebenserwartung auch länger arbeiten müsse. Dies könne man erreichen, indem junge Leute früher selbst Geld verdienten sowie indem ältere Menschen länger im Arbeitsprozess blieben.

Kritik kam dagegen vom Gewerkschaftsdachverband LO. Dort wies man darauf hin, dass viele Menschen heute aufgrund von Effektivisierungen in der modernen Arbeitswelt einen anstrengenden und stressigen Arbeitsalltag hätten. Die Experten hätten aber viel zu wenige Vorschläge präsentiert, wie diese Angestellten ein längeres Arbeitsleben überhaupt durchhalten sollen. Auf Arbeitgeberseite kritisiert man dagegen vor allem die Anhebung des Alters, bis zu dem man seinen Arbeitsplatz behalten darf.

Sozialversicherungsminister Ulf Kristersson kündigte an, dass zu dem Expertenbericht nun zunächst einmal Kommentare und offizielle Stellungnahmen verschiedener Stellen eingeholt würden. Im Herbst wolle man die Rentenreform dann politisch ausarbeiten.

Frank Luthardt

Das schwedische Rentensystem

In Schweden setzt sich die Rente aus drei Teilen zusammen:

1) Gesetzliche Rente: Arbeitnehmer zahlt ein, Rentenbehörde verwaltet, einkommensabhängig

2) Betriebliche Rente: Arbeitgeber zahlt ein, Arbeitnehmer kann Finanzverwalter wählen

3) Private Vorsorge: Arbeitnehmer zahlt
und wählt selbst

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