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Aussicht von der Eisstraße zwischen Vällviken und Sunne auf dem Storsjö in Härjedalen (Foto: Marcus Frånberg/Sverigesradio)
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Von strengen Verkehrsregeln begrenzt, Eisstraßenauffahrt (Foto: Sveriges Radio Norrbotten)
Saisonaler Verkehr

Eisstraßen weiterhin befahrbar

Kostengünstig und Zeitgewinn
3:21 min

Der Frühling bahnt sich in den südlichen Teilen Schwedens zwar allmählich an, aber im Norden sind die Eisstraßen über gefrorene Seen noch geöffnet. Über den See Storsjön bei Östersund hat man seit 50 Jahren nicht mehr so lange auf den Eisstraßen fahren können.

Pkw, Lieferwagen und sogar Lkw rollen zügig über den Storsjö. Über die Wassertiefe von mehr als 50 Meter scheint sich dabei niemand Sorgen zu machen. In Schweden gibt es rund ein Dutzend solcher Eisstraßen mit einer Gesamtlänge von ungefähr 20 Kilometern. Jedes Jahr pflügen die Behörden Wege über zugefrorene Seen und über die Ostsee, sobald die Eisdecke es zulässt.

Urban Olausson kontrolliert mit einem großen Eisbohrer, ob das Eis auch jetzt im April noch dick genug ist: „80 Zentimeter. Das reicht für alle Arten von Autos. Für Pkw genügen 25 Zentimeter“, versichert er im Schwedischen Fernsehen.

Kostengünstig

Im Sommer befahren Fähren die beiden Strecken über den Storsjö. Im Winter werden diese Fähren stillgelegt und überholt. Ihr Personal hält dann im Auftrag der staatlichen Verkehrsbehörde die Eisstraßen in Stand. Für die Behörde ist das ein wahres Schnäppchen. Der Fährverkehr kostet in Jämtland umgerechnet fast 300 000 Euro pro Monat. Die Eisstraßen kosten die Behörde rund 10 000.

„Für mich bedeutet die Eisstraße einen Zeitgewinn. Wenn ich es eilig habe und die Kinder abholen will, ist das eine perfekte Erleichterung“, freut sich John Karlberg hinter dem Lenkrad seines Autos, bevor er wieder Gas gibt.

Die Beschilderung der Strecke ist deutlich: Geschwindigkeitsbegrenzung: 30, Halteverbot und mindestens 50 Meter Abstand zum nächsten Fahrzeug.

Auch Irene Brandt nimmt die Abkürzung gern in Anspruch, obgleich das Fahrgeräusch durch das Eis recht laut werden kann. „Nein, Angst hab ich nicht. Ich verlasse mich darauf, dass das Eis hält.“

Was für die Anwohner eine Selbstverständlichkeit ist, ruft bei Südschweden und Ausländern leicht Gänsehaut hervor. Urban Olausson als Fremdenverkehrsunternehmer möchte mehr Touristen zur Autofahrt über die Eisstraßen locken und damit auch Arbeitsplätze in der Gegend schaffen. Denn der Anblick ist imposant:

Die vier Kilometer langen Eisstraßen über den Storsjö sind vierspurig und in einer Breite von mehr als 100 Metern an den Seiten abgesteckt. Solche Ausmaße haben die hiesigen Fahrbahnen sonst nicht.

Exotisches Abenteuer

Bjarne Håkansson aus Stockholm begibt sich mit seiner Frau Maj im Auto auf das Eis. „Ja, ein bisschen spannend ist das schon“, gesteht er mit einem Lachen. Und Maj hätte wirklich nicht gedacht, dass sie sich auf ein so exotisches Abenteuer einlassen würde: „Wirklich, ich war sehr skeptisch!“  

Seit fast dreieinhalb Monaten sind die Eiswege über den Storsjö befahrbar. So lange haben die Behörden die Verbindung seit den Sechzigerjahren nicht aufrecht erhalten können.

„Die Nächte sind ja noch so kalt“, erklärt Urban Olausson diesen verkehrsmäßigen Sonderfall. „Was tagsüber an der Oberfläche taut, friert ja gleich wieder. Es ist völlig ungefährlich, auf diesen Wegen über das Eis zu fahren. Aber ein bisschen Respekt vor dem Eis sollte man schon mitbringen.“

Sybille Neveling /svt


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