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Finanzminister Anders Borg (Foto: Jonas Ekströmer/Scanpix)
Härtere Regeln für Kleinunternehmer

Regierung stopft Steuer-Fluchtlöcher

"So etwas ist provozierend"
2:08 min

Schwedens Regierung will Steuer-Fluchtlöcher stoppen. Bisher können bestimmte Gruppen von Kleinunternehmern selbst entscheiden, ob sie staatliche Einkommenssteuern bezahlen wollen oder nicht. Doch das soll sich ändern. Finanzminister Anders Borg hat entsprechende Gesetzesänderungen angekündigt.

Die derzeitige Gesetzeslage begünstigt in Schweden vor allem so genannte Mehrpersonenunternehmen, also Kleinunternehmen mit nur einigen wenigen Gesellschaftern. Oft bestehen diese Firmen aus Personen, die diese private Geschäftstätigkeit neben einem anderen, festen Job betreiben. Über die Mehrpersonenfirma können sie Einkünfte als Unternehmensgewinne statt als Einkommen besteuern lassen und so beachtliche Schnäppchen machen: Wie der Schwedische Rundfunk kürzlich berichtete, haben sich die Gewinne der Mehrpersonenfirmen seit 2007 auf umgerechnet sechs Milliarden Euro verdoppelt.

"Glaubwürdigkeit wird untergraben"

Im Frühjahrshaushalt, den die Regierung am kommenden Montag vorlegen will, soll dieser Art von Steuerplanung nun ein Riegel vorgeschoben werden. Das schreiben Wirtschaftsministerin Annie Lööf und Finanzminister Anders Borg in einem Artikel in der Wirtschaftszeitung Dagens Industri. Schon im Schwedischen Rundfunk hatte der Finanzminister kürzlich seine Meinung deutlich gemacht: „Ich finde es provozierend, wenn Personen mit hohen Einkünften, die offensichtlich einem Anstellungsverhältnis entstammen, ihre Steuerzahlungen so planen, dass sie letztlich überhaupt keine Steuern zahlen müssen. Das untergräbt die Glaubwürdigkeit des Steuersystems, und so etwas darf nicht geschehen.“

Schlechte Aussichten für Vielverdiener

Die geplanten Gesetzesänderungen richten sich vor allem an gut verdienende Angestellte mit unternehmerischem Nebenjob. Sie können sich bisher die Tatsache zunutze machen, dass in Schweden Arbeits- und Kapitaleinkünfte getrennt besteuert werden, wobei beim Gehalt die Regel gilt: Wer viel verdient, bezahlt mehr Steuern. Bei Kapitaleinkünften ist der Steuersatz hingegen unabhängig von der Höhe des Gewinns. Die Abrechnung von Gehalt als Kapitaleinkunft zahlt sich vor allem für Revisoren, Anwälte und Teilhaber in anderen Beraterfirmen aus.

Insgesamt Zustimmung

Bei Schwedens Kleinunternehmern findet die geplante Regeländerung insgesamt Zustimmung. "Wenn es Schlupflöcher gibt, um Regeln zu missbrauchen, dann müssen diese Schlupflöcher gestopft werden", erklärt Mats Assarsson, Vorsitzender des Landesverbandes der Kleinunternehmer. Annika Fritsch, Steuerexpertin bei der Unternehmerorganisation Företagarna, pflichtet ihm bei. Auch wenn die geplanten Veränderungen für eine bestimmte Gruppe von Personen Verschlechterungen mit sich brächten, seien sie für die kleinen Firmen insgesamt positiv, so Fritsch. Sie verweist darauf, dass Regierung es für Kleinunternehmen finanziell leichter machen will, Mitarbeiter einzustellen. "Wir sehen das als eine gute Investition in kleine Unternehmen. Schließlich entstehen dort die neuen Jobs - es ist wichtig, dass die Kleinunternehmen gute Bedingungen für Wachstum und Neueinstellungen haben."

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