Unfall in Chemiefabrik

Die Einwohner von Helsingborg wurden heute morgen mit einer Unglücksmeldung unsanft geweckt. In einer Chemiefabrik im Süden der Stadt waren mehr als 10.000 Tonnen ätzender Schwefelsäure ausgelaufen.

Kurz vor fünf Uhr am Morgen ging ein Notruf bei der schwedischen Polizei ein: Beim Chemieunternehmen Kemira in Helsingborg sei ein Tank mit 96prozentiger Schwefelsäure Leck geschlagen. Die Flüssigkeit war ausgetreten und in den Öresund gelaufen. Dort bildete sie zusammen mit dem Wasser eine giftige Chemiewolke. Zeitweilig bestand die Gefahr, dass die giftigen Dämpfe über die Stadt geblasen werden. Am Morgen verhängte die Stadtverwaltung zeitweilig ein totales Ausgangsverbot. Nach Ansicht von Lennart Johansson, Geschäftsführer bei Kemira, dürfte ein solcher Unfall nicht passieren: „Wir sind der Meinung, dass unsere Produktion sicher ist. Nach einem solchen Ereignis heute zeigt sich, dass das nicht stimmt. Ich denke, wir haben alles getan, um einen solchen Unfall zu verhindern. Warum er eingetreten ist, wird sich zeigen, wenn die Untersuchung des Unglücks abgeschlossen ist.“

Die Chemiefabrik Kemira gehört zu einem finnischen Unternehmen und ist in Schweden eine der größten Produzentinnen von Schwefelsäure. Die ätzende Flüssigkeit wird unter anderem bei der Papierproduktion eingesetzt. Ob das Unternehmen fahrlässig gehandelt hat, soll jetzt eine staatliche Untersuchung des Falles analysieren. Unglücksursache ist vermutlich eine defekte Kühlwasserleitung. Nachdem sie ausgefallen war, bildete sich in einem Tank ein Riss.

Gemeindeverwaltung mit Rettungseinsatz zufrieden

Tomas Nordström, Leiter der Gemeindeverwaltung von Helsingborg, glaubt, dass von staatlicher Seite alle Auflagen erfüllt worden sind: „Wir sind uns der Gefahr bewusst und proben in regelmäßigen Abständen den Ernstfall. So ein Unglück dürfte eigentlich nicht eintreten und trotzdem ist es passiert. Ich denke, eine Lösung für die Zukunft wäre, den Inhalt der Tanks in kleinere Einheiten aufzuteilen. Wenn dann ein Unglück passiert, könnte nicht so viel Flüssigkeit austreten wie im aktuellen Fall.“

Der sozialdemokratische Kommunalrat lobte das schnelle Reagieren der Einsatzkräfte. Auch die Bevölkerung habe über Mitteilungen in Radio und Fernsehen in kurzer Zeit über das Ausgangsverbot informiert werden können, auch in Fremdsprachen. Zeitweilig mussten drei Häfen in Helsingborg gesperrt werden, der Fährverkehr nach Dänemark war ebenfalls unterbrochen. Mehr als ein Dutzend Einwohner von Helsingborg wurden wegen Atembeschwerden in Krankenhäusern behandelt. Mit den Untersuchungen über den Hergang des Unglücks kann die Polizei frühestens in der kommenden Woche beginnen.

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