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Religion reicht nicht als Begründung

Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Publicerat tisdag 2 juli 2013 kl 16.02
"Sie sind verrückt geworden"
(2:22 min)
Religion reicht nicht als Grund - auch ultraorthodoxe Schüler müssen weiterhin öffentliche Schulen besuchen (Oded Balilty/AP Photo/Scanpix)

In einem wegweisenden Urteil hat das Oberste Verwaltungsgericht den Hausunterricht aus religiösen Gründen ausgeschlossen. Damit ist in dem Aufsehen erweckenden Fall einer jüdisch-orthodoxen Familie, die ihre Kinder zu Hause unterrichten will, die letzte Rechtsinstanz in Schweden ausgeschöpft.

Das Urteil des höchsten Gerichtes könnte künftig großen Einfluss auf amtliche Entscheidungen zum Heimunterricht strikt religiöser Familien haben. Nicht nur von jüdisch-orthodoxen Eltern, sondern etwa auch seitens der christlichen Brüderbewegung wird in Schweden regelmäßig der Versuch unternommen, die öffentlichen Schulen zu umgehen und mithilfe von Hausunterricht und Online-Lektionen den schulischen Werdegang der Kinder zu übernehmen.

Angst vor Mobbing

In ihrem Antrag auf Hausunterricht hatte die jüdisch-orthodoxe Familie gegenüber der Göteborger Stadtverwaltung religiöse Beweggründe angegeben. Zudem befürchteten die Eltern, dass ihre Kinder aufgrund ihrer religiösen Kleidung und Gewohnheiten in der Schule gemobbt würden.

Hausunterricht ist nicht grundsätzlich verboten in Schweden. Für Bertil Östberg, Staatssekretär im Bildungsministerium, stellt Religion allerdings keine ausreichende Begründung dar: „Die schwedischen Schulen sind nicht-konfessionell ausgerichtet. Unabhängig von der Religion ihrer Eltern soll allen Kindern das Recht zustehen, in eine schwedische Schule zu gehen. Selbstverständlich soll man sich dabei individuell anziehen dürfen, ohne gemobbt zu werden.“

Die Mutter der betroffenen Kinder beschreibt das Urteil des Obersten Verwaltungsgerichtes als wirklichkeitsfern. Es sei absurd anzunehmen, dass ihre Kinder eine gewöhnliche Schule besuchen könnten, so die Mutter gegenüber dem Schwedischen Rundfunk: „Ich glaube, sie sind verrückt geworden. Ganz im Ernst, so etwas zu behaupten ist lächerlich. Werden die etwa gemeinsam mit meinen Kindern in der Schule sitzen und aufpassen, dass nichts passiert? Meine Kinder sind keine Versuchskaninchen und ich werde nicht an ihnen herumexperimentieren. Ich werde sicherstellen, dass sie an einem sicheren Ort unterrichtet werden, der ihren Anforderungen und ihrer Ausbildung gerecht wird. Fällt eine hohe Instanz in Schweden ein Urteil, das die Menschenrechte und die körperliche Sicherheit eines Kindes nicht respektiert, dann ist die Lage ernst.“

In dem Urteil kann vor einer schwedischen Instanz keine Berufung mehr eingelegt werden. Die betroffenen Eltern haben jedoch bereits angekündigt, sich nun an den Europäischen Gerichtshof in Straßburg zu wenden.

Hansjörg Kissel / SR Ekot

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