Umfassender Etikettenschwindel

Pferdefleischskandal ohne rechtliches Nachspiel

Der Pferdefleischskandal vom Februar hat für die betroffenen schwedischen Firmen keine rechtlichen Folgen nach sich gezogen.

Drei von vier ursprünglich geplante Anzeigen wurden wegen drohenden Gerichtskosten letztlich doch nicht eingereicht, berichtet die Tageszeitung Svenska Dagbladet. Lebensmittelhersteller Findus, der mit seinen Pferdefleisch-Lasagnen in den  Skandal verwickelt war, habe lediglich die Zusammenarbeit mit seinem französischen Lieferanten Comigel abgebrochen. Die lange Kette an Unterlieferanten, die einen zeitraubenden und teuren Rechtsprozess notwendig gemacht hätte, habe das schwedische Unternehmen vor einer Anzeige zurückschrecken lassen, so die Sprecherin von Findus.

Auch gegen das Unternehmen selbst wurden seitens der Lebensmittelbehörde keine weiteren rechtlichen Schritte eingeleitet: Die Behörde sah laut Berichten der Nachrichtenagentur TT in Findus eher ein Opfer als Verursacher des Skandals.

Nur eine Anzeige wurde nach dem Skandal von der Staatsanwaltschaft geprüft und schließlich wieder fallengelassen. Dabei hatte das Familienunternehmen Dafgård, dessen pferdefleischhaltige Fleischbällchen in den Restaurants von Möbelgiganten Ikea angeboten wurden, gegen einen Lieferanten geklagt. Dem schwedischen Import-Unternehmen Globe Foods wurde Betrug sowie Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz vorgeworfen. Laut der Staatsanwaltschaft hätte der Lieferant jedoch eine einwandfreie Buchführung vorweisen können – die Anklage wurde wieder eingestellt.

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