Vattenfall-Chef Øystein Løseth
Düstere Prognosen für das kommende Jahr

Vattenfall in der Krise: Der Staat geht leer aus

Der Energiekonzern Vattenfall könnte seine zentrale Rolle als Einkommensquelle für den schwedischen Staat ausgespielt haben.

Laut der Geschäftsordnung des staatlichen Konzerns müssen bis zu 60 Prozent der Nettogewinne an den Staat ausgeschüttet werden. Der am Dienstag angekündigte Rückgang an Vermögenswerten bedeute aber einen Verlust von umgerechnet fast zwei Milliarden Euro nach Steuern im ersten Halbjahr, sagte Kreditexperte Ingvar Matsson von der Swedbank der Nachrichtenagentur TT. Es könne deshalb erwartet werden, dass im kommenden Jahr überhaupt nichts mehr an den Staat ausgeschüttet werde, so Matsson.

Auch der Vorsitzende von Vattenfall, Øystein Løseth, scheint ähnliche Schlussfolgerungen zu ziehen. Gegenüber der Wirtschaftszeitung Dagens Industri sagte Løseth, dass dieses Risiko durchaus bestünde. Letzt handle es sich aber um eine Eigentümerfrage.

Regierung schweigt

Die Regierung wollte das Risiko eingestellter Ausschüttungen am Mittwoch nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte der Nachrichtenagentur TT, ein Kommentar sei derzeit nicht aktuell. Über die Ausschüttungen von Vattenfall und den übrigen staatseigenen Unternehmen werde auf den Aktionärsversammlungen im kommenden Frühjahr entschieden.

Im Frühling dieses Jahres flossen umgerechnet fast 800 Millionen Euro von Vattenfall an den schwedischen Staat. Vattenfall stellte damit ein Viertel aller Ausschüttungen seitens staatlicher Unternehmen.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".