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100 Jahre älter als die „Wasa“

Taucharbeiten am Sensationsfund „Mars“ abgeschlossen

Publicerat fredag 2 augusti 2013 kl 09.25
"Auch Teil der deutschen Geschichte"
4:09 min
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Bergungsarbeiten vor der Küste Ölands (Foto: Ingemar Lundgren Ocean Discovery)
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Taucharbeiten in über 70 Metern Tiefe (Foto: Mattias Vendelgård Ocean Discovery)
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Seltener Kanonenfund (Foto: Ingemar Lundgren Ocean Discovery)
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100 Jahre älter und weltberühmt: Die "Wasa", ausgestellt in Stockholm (Foto: Jan Collsioo/Scanpix)

Die Taucharbeiten an dem seit seiner Enddeckung vor der schwedischen Küste als Weltsensation gefeierten Kriegsschiff „Mars“ sind für dieses Jahr abgeschlossen. Einzigartige Fundstücke konnten geborgen und für ihre Ausstellung Ende August vorbereitet werden. Die schwierigen Taucharbeiten in über 70 Metern Tiefe haben den Einsatz internationaler Tauchteams erforderlich gemacht, um das Kriegsschiff, das fast 100 Jahre älter ist als die weltberühmte „Vasa“, zu erforschen.

Im Jahr 1564 kommt es zu einer blutigen Seeschlacht vor der Nordküste der Ostseeinsel Öland. Der Tag sollte als letzter Atemzug der scheidenden Großmacht der Lübecker Hanse in die Geschichte eingehen und letztlich auch eine wichtige Rolle für die Tatsache spielen, dass das südschwedische Skåne nach wie vor zu Schweden und nicht zu Dänemark gehört. Der Flottenverband Schwedens hatte es mit seiner überlegenen Kanonenmacht fast geschafft, die Schiffe der Allianzmächte Dänemark und Lübeck auf Grund zu drängen, als plötzlich der Wind dreht.

In Kürze gelingt es den Lübeckern, das wegen seiner Größe und Kanonengewalt gefürchtete Flaggschiff „Mars“ einzukreisen und schließlich zu entern. Die Schweden wehren sich verzweifelt, bis plötzlich eine Kanone explodiert. Die Holzplanken und letztlich auch die Pulverkammer fangen Feuer. Eine gewaltige Explosion reißt klaffende Löcher in den Rumpf, das stolze Kriegsschiff sinkt mitsamt etwa tausend Mann an Bord in die Tiefe.

In unvergleichlicherweise erhaltenes Wrack

Über 400 Jahre später entdecken schwedische Taucher nach intensiver Suche das wertvolle Wrack. Ebenso wie die weltberühmte „Vasa“, die als Touristenmagnet im gleichnamigen Museum in Stockholm ausgestellt ist, hat das salz- und in solchen Tiefen weitgehend sauerstoffarme Ostseewasser das Schiff auf unvergleichliche Weise erhalten.

„Mars war wohl das größte Kriegsschiff seiner Zeit. Sensationell an dem Fund ist einerseits das Alter und andererseits die Tatsache, dass das Wrack unberührt geblieben ist. Die anderen beiden berühmten schwedischen Funde, also die ‚Vasa‘ und ‚Kronan‘, wurden bereits zu ihrer Zeit erheblich geplündert. Bei der ‚Mars‘ aber sind noch alle Kanonen vorhanden in einer Art, wie man sie noch nie gesehen hat.“ Dies sagt Malcom Dixelius, ein bekannter schwedischer Journalist, der nun das Projekt betreut, gegenüber Radio Schweden.

Streit um die Funde

Für dieses Jahr sind die Taucharbeiten weitgehend abgeschlossen. Ein Teil der über 100 Kanonen ist geborgen und wird für eine erste Ausstellung auf dem Festland in Västervik, dem Heimatort der Entdecker des Wracks, vorbereitet. Die Ausstellung soll Ende August eröffnet werden und hat bereits bei einigen Öländern für böses Blut gesorgt. Eine lokale Vereinigung fordert nun, dass Fundstücke des vor Öland versenkten Schiffes auch auf der Insel ausgestellt werden sollen – nicht zuletzt aufgrund des Besucheransturms, den die seltenen Ausstellungsstücke aller Voraussicht nach auslösen werden.

Taucharbeiten in 75 Meter Tiefe sind auch für erfahrene Marineforscher nur mit Mühen zu meistern. Nicht zuletzt aufgrund schwedischer Tauchvorschriften war es nötig, internationale Taucher für das Bergungsprojekt anzuheuern.

Schweden dürfen nicht so tief tauchen

„Die normale Tauchtiefe endet bei etwa 40 Metern. Bei größeren Tiefen muss man mit speziellen Gasmischungen statt Sauerstoff tauchen können und sich außerdem sehr gut mit der Dekompression nach dem Tauchvorgang auskennen. Aufgrund der hohen Risiken ist es schwedischen Forschern verboten, auf solche Tiefen hinab zu tauchen. Wir haben amerikanische, australische und polnische Taucher mit dabei. In diesem Jahr haben sich auch Deutsche angeschlossen, und bei zunehmenden Funden wird wohl das Interesse an der Teilnahme steigen“, so Dixelius.

Auch ein deutsches Filmteam ist mit an Bord, um die Bergungsgeschichte zu dokumentieren. Laut Dixelius besteht in Deutschland ein natürliches Interesse an dem Schicksal der „Mars“, die auch Teil hanseatischer und damit deutscher Geschichte sei.

„Die Seeschlacht vor Öland markiert das Ende der hanseatischen Epoche in der Ostsee. Obwohl die Lübecker aus diesem Konflikt siegreich davon gingen, sollte es der letzte Atemzug der Lübecker als Großmacht in der Ostsee werden. Es gibt hier eine große Geschichte zu erzählen, und wir wissen, dass die Deutschen sich dafür interessieren werden.“

Hansjörg Kissel / Irina Makridova

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