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Zugkatastrophen

Nach dem Unglück von Santiago: Schwedische Zugsicherheit im Blickfeld

Publicerat fredag 26 juli 2013 kl 13.03
"Auf kleineren Verbindungen nimmt man es nicht so genau"
(3:38 min)
Das Zugunglück in Spanien wirft auch Fragen zur Sicherheit in Schweden auf (Foto: Scanpix)

Nach der tragischen Zugkatastrophe in Spanien nahe Santiago de Compostela wird auch in Schweden die Sicherheit der Züge diskutiert. Experten geben größtenteils Entwarnung und heben die hohen Sicherheitsvorkehrungen hervor. Auch die Zugreisenden bewahren weitgehend die Ruhe. Einige Verkehrsforscher stellen jedoch manche der geltenden Sicherheitsstandards in Schweden in Frage.

Einfahrt des Expresszugs Malmö-Stockholm am Hauptbahnhof der schwedischen Metropole. In Schweden ist gerade Urlaubszeit, die Züge sind dementsprechend gut gefüllt. Das verheerende Zugunglück in Kanada mit mindestens 50 Toten, der entgleiste Regionalzug nahe Paris Mitte Juli und jetzt die Katastrophe im spanischen Santiago de Compostela werden intensiv von den schwedischen Medien behandelt.

Die Zugreisenden zeigen sich auch stark berührt von den Katastrophenmeldungen – selbst direkt gefährdet fühlen sie sich aber nicht: „Beunruhigt bin ich nicht. Allerdings weiß ich im Grunde gar nichts über Sicherheitsvorkehrungen im Zugverkehr“, sagt eine junge Frau. „Ein 100 Prozent sicheres Transportmittel gibt es nicht“, sagt ein anderer Reisender.  „Da dürfte man auch nicht mehr in ein Auto einsteigen.“

Automatisches Bremsen bei zu hoher Geschwindigkeit

Die Ursachen für das Unglück in Spanien, bei dem mindestens 80 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden, sind noch nicht geklärt. Derzeit wird die Vermutung aufgestellt, dass der Lokführer die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Strecke nicht eingehalten habe.

„Man kann die Möglichkeit eines Zugunglücks natürlich nie völlig ausschließen. Eine derartige Katastrophe mit so vielen Toten liegt meiner Meinung nach aber an der Grenze zur Unmöglichkeit“, sagt Anders Svensson von der Verkehrsbehörde dem Schwedischen Rundfunk. „In Schweden wird das Sicherheitssystem Automatic Train Control (ATC) verwendet. Dieses kontrolliert die Geschwindigkeit und die Signalbefehle auf den Strecken.“

Überschreitet der Zug die zulässige Höchstgeschwindigkeit, so schickt das ATC System automatisch den Bremsbefehl an die Lok, so Svensson. Solche Sicherheitssysteme würden zum Standard in den meisten EU-Ländern gehören, und auch in Spanien werde die Zugsicherheit als eigentlich sehr hoch eingestuft. Zugexperte Svensson verweist daher auf statistische Wahrscheinlichkeiten: „Ich glaube es wird sehr lange dauern, bis sich ein vergleichbares Unglück in Spanien oder in einem anderen Land wiederholen wird. Dass solche Situationen eintreffen, ist schlichtweg sehr unwahrscheinlich.“

Auf kürzeren Strecken nur manuelle Sicherheitssysteme

Auch Lena Kecklund, die als Sicherheitsberaterin für die schwedische Eisenbahn arbeitet, betont die hohen Sicherheitsstandards, die in Schweden gelten. Auf kleineren Verbindungen nehme man es allerdings nicht so genau: „Es gibt Strecken in Schweden, auf denen einfachere, teilweise manuelle Sicherheitssysteme verwendet werden. Dies gilt aber nur bei solchen Verbindungen, auf denen nur sehr wenige Züge verkehren. Meistens darf auf solchen Strecken auch nicht schneller als 80 km/h gefahren werden.“

Züge gelten nach wie vor mit als sicherstes Verkehrsmittel. Rebecca Forsberg, die an der Universität Umeå zu dem Thema forscht, weist allerdings auf verschiedene Risiken hin. Die Züge könnten mit immer höherer Geschwindigkeit fahren, was prinzipiell eine höhere Gefahr für die Passagiere bedeute, so Forsberg gegenüber der Zeitung Svenska Dagbladet. Auch würden die Wagen aus immer leichterem Material gebaut. Bei einem Zusammenstoß würden die Zugwagen komplett demoliert werden, da sie nicht mehr so robust gebaut seien wie früher. Auch der Mangel an Sicherheitsgurten und abgeschirmter Gepäckverwahrung würden ein Sicherheitsrisiko darstellen, weshalb das Verkehrsministerium derzeit eine mögliche Regeländerung prüfe.

Hansjörg Kissel / SR P1

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