Reaktionen auf Kyoto-Protokoll in Schweden

Mehr als sieben Jahre nach seiner Verabschiedung in Japan ist heute das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. 141 Staaten haben die internationale Vereinbarung über die Verminderung von Treibhausgasen unterschrieben, Schweden ist einer von ihnen. 

Verhalten optimistisch reagierten Politiker und Umweltverbände in Schweden auf das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls. Ministerpräsident Göran Persson drückte seine Befürchtung aus, die Staatschefs der Welt hätten noch nicht verstanden, wie wichtig die internationale Vereinbarung ist. Auch die Mitarbeiter von der Umweltorganisation „Naturskyddsföreningen” sehen die verabredeten Ziele nur als einen Anfang, das Thema global zu lösen. Einen ersten nationalen Schritt hat Schweden bereits vor mehr als 14 Jahren getan, gibt Svante Axelsson zu bedenken, Vorsitzender der Organisation:

”Wir haben bereits erfolgreich Steuern auf Kohlendioxidausstoß eingeführt. Damit werden diejenigen bestraft, die Öl und Kohle nutzen. Das wurde bereits 1990 beschlossen und hat die Nachfrage nach Bio-Kraftstoffen deutlich erhöht. Im Bereich der Wärmesysteme sind wir einen grossen Schritt weiter. Heute sind Häuser keine Seltenheit mehr, die mit Bio-Kraftstoffen geheizt werden.”

Bis zum Jahre 2012 sollen 5,2 Prozent Kohlendioxid weniger in die Luft geblasen werden, gemessen am Niveau von 1990. Das sieht die Vereinbarung von Kyoto vor. 650 der betroffenen Produktionsanlagen liegen in Schweden. Wer mehr CO2 ausstossen will als ihm zusteht, muss sich das Recht erkaufen. Die Kosten für eine Tonne Kohlendioxid liegen derzeit bei etwa 6,80 Euro in Schweden sagt Niels Zweigbergk. Er ist Geschäftsführer bei Svensk Kraftmäkling, einem Unternehmen, das mit den Rechten am CO2-Ausstoss handelt:

”Das ist ein Markt, der schnell wächst. Zur Zeit wird mindestens eine Million Tonnen Kohlendioxid umgesetzt. Das kann man mit dem Strommarkt vergleichen, wo die Preise rauf und runter gingen. Der Handel mit Rechten am Kohlendioxidausstoss wird sich vermutlich so entwickeln wie der Handel mit anderen Rohstoffen, zum Beispiel mit Öl.”

Das Kyotoprotokoll ist nur der Anfang, in Sachen Treibhauseffekt international Verantwortung zu übernehmen. In Schweden wird nun zudem überlegt, wie die Besteuerung von Autos zu einer besseren Luftqualität beitragen kann. Umweltministerin Lena Sommestad will dazu die Kraftfahrzeugsteuer in Zukunft nicht mehr vom Gewicht eines Autos sondern von seiner Umweltverträglichkeit abhängig machen. Im Umweltministerium wird derzeit ein Vorschlag beraten, der vorsieht, dass Fahrzeuge mit weniger Energieverbrauch und Autos, die mit erneuerbarer Energie fahren, weniger Steuern bezahlen. Besitzer benzindurstiger Stadt-Jeeps etwa müssten dann in Zukunft tiefer in die Tasche greifen.

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