Alexej Sachnin. Foto: Maksim Lapitskij/Radio Schweden
Weitere Belastung für schwedisch-russische Beziehungen?

Oppositioneller Aktivist Sachnin will Asyl in Schweden

Doch noch Flucht nach Schweden
2:33 min

Der russische links-oppositionelle Alexej Sachnin hat in Schweden Asyl beantragt. Der russischen Redaktion von Radio Schweden sagte Sachnin, er laufe akut Gefahr in seinem Heimatland inhaftiert zu werden. Sachnin zählt zu den Mitorganisatoren der Proteste gegen Präsident Putin. Der Aufenthalt Sachnins könnte die bereits angespannten schwedisch-russischen Beziehungen belasten.

Sachnin gehört in Russland der linken außerparlamentarischen Opposition an. Er gilt als Mitarbeiter von Sergej Udaltsov, der Leitfigur dieser Linksopposition. Udaltsov sitzt seit Februar in Hausarrest. Die russischen Behörden beschuldigen ihn als Unruhestifter. Udaltsov droht eine lange Gefängnisstrafe. Seit den Protestdemonstrationen im vergangenen Jahr gegen Präsident Wladimir Putin gilt vor allem die Linksopposition als Zielscheibe der russischen Behörden.

Auch Sachnin droht dabei offenbar eine Gefängnisstrafe. Deshalb entschied sich der 31-Jährige für die Flucht nach Schweden, wie er der russischen Redaktion von Radio Schweden erzählt:

„Ich hatte mich innerlich schon damit abgefunden, im Gefängnis zu landen und das Schicksal meiner politischen Freunde zu teilen. Aber in letzter Minute habe ich eingesehen, dass es nicht besonders mutig gewesen wäre, mich der Polizei zu stellen. Vielmehr würde ich helfen, die Bewegung zu zerstören. Ich kann meinen Kameraden von Schweden aus nützlich sein – sowohl denjenigen in Freiheit, als auch den gefangenen.“

Schweden bewusst gewählt

Offenbar ist Sachnin über Montenegro nach Schweden gekommen. Seinen Antrag hat er Mitte Juli bei der Einwanderungsbehörde gestellt. Er hat Schweden gewählt, weil seiner Meinung nach die politische Linke eine starke Tradition hierzulande habe. Mit Wehmut denkt er an seine politischen Freunde:

„Es schmerzt, wenn ich an meine Kameraden im Gefängnis denken muss, während ich hier in Stockholm bei schönem Wetter und wunderbarer Aussicht sitze“, erzählt er Radio Schweden.

Der Asylantrag Sachnins könnte die schwedisch-russischen Beziehungen weiter belasten. Zuvor hatte Außenminister Carl Bildt den Nachbarn auf der anderen Seite der Ostsee scharf wegen dessen harten Vorgehens gegen Homosexuelle kritisiert. In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Obama ein Treffen mit Putin abgesagt, um stattdessen nach Schweden zu reisen. Eine offizielle Reaktion Russlands gegenüber Schweden wegen Sachnin gibt es noch nicht – offenbar will Moskau erst die Entscheidung über den Asylantrag abwarten.

Max Lapitskij/Dieter Weiand

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