Russischer Leichtathletik-Star hat nun doch nichts gegen Homosexuelle und Regenbogen-Findernägel
Protest gegen Anti-HBT-Gesetze

Entspannung im Fingernagel-Streit

Die russische Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa hat nach zahlreicher Kritik ihre Aussage gegen den Fingernagel-Protest schwedischer Leichtathletinnen bei der WM in Moskau zurückgenommen.

Während einer englischsprachigen Presskonferenz hatte die Stabhochspringerin am Donnerstag die Schwedin Emma Green Tregaro als respektlos bezeichnet, weil sie mit in den Regenbogenfarben lackierten Nägeln gegen Russlands Anti-Homosexuellen-Gesetze protestierte. Am Freitag gab Issinbajewa an, dass man sie aufgrund mangelnder Englischkenntnisse missverstanden habe. Sie sei gegen jegliche Diskriminierung von Homosexuellen.

Die schwedischen Leichtathletinnen mit Regenbogen-Nägeln hatten nicht zuletzt in Sozialen Medien weltweit große Unterstützung für ihren Protest erhalten. Auch Mannschaftskameraden aus dem schwedischen Team gaben in Interviews mit internationalen Medien dem symbolischen Protest Rückendeckung.

Die schwedische Goldmedaillengewinnerin im 1.500-Meter-Lauf, Abeba Aregawi, erklärte jedoch öffentlich, dass sie den Protest ihrer Mannschaftskameradinnen nicht unterstütze, da ihr Glaube dies nicht gestatte. So viel sie verstehe, erlaube ihre Religion nicht, dass Männer mit Männern und Frauen mit Frauen seien.

Der Vorsitzende des schwedischen Leichtathletikverbands, Tomas Riste, bezeichnete es gegenüber der Boulevardzeitung Expressen als unglücklich, wenn sich Mitglieder der Nationalmannschaft öffentlich gegen andere Mitglieder stellen würden. Man lebe allerdings in einer multikulturellen Gesellschaft mit vielen Ansichten und Religionsfreiheit. Er könne sich weder über das eine noch das andere aufregen.

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