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Einst der Stolz jetzt Krisenkind

Papierindustrie: Jeder dritte Job ist weg

Hat Zeitungspapier ausgedient?
3:11 min
Hier läuft bald nix mehr

Die schwedische Papierindustrie steckt nach Angaben der Gewerkschaften in einer tiefen Krise. So ist laut einer Erhebung der Arbeitnehmervertreter in den letzten fünf Jahren jeder dritte Job verschwunden. Das trifft meist kleiner Städte auf dem Land. Schuld sind veränderte Mediengewohnheiten, die bedrucktes Papier immer überflüssiger macht.

Die schwedische Papierindustrie war einst einer der Hauptantriebsstränge des schwedischen Exportmotors. Noch in den 1980er und 1990er Jahren wurden Millionenbeträge in gigantische Anlagen investiert, die in Minutenschnelle Tonnen an Papier ausspuckten. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Allein in den vergangenen Monaten wurden sechs größere Anlagen dicht gemacht. Aktueller Kandidat ist die Papierfabrik von Holmen in Braviken. Sie galt in den 1980er Jahren als das Nonplusultra ihrer Art. Keine Anlage konnte so schnell und kostengünstig Papier produzieren. Anlagenleiter Rikard Wallin ist enttäuscht. „Dass wir wie andere auch rationalisieren müssen, ist klar. Aber dass alles so schnell und drastisch geschieht, halte ich für übertrieben.“

1800 Jobs weniger

Laut Angaben der Branchen-Gewerkschaft „Pappers“ kämpft die gesamte Branche ums Überleben. In den letzten fünf Jahren seien in der nur wenig personalintensiven Branche 1.800 Arbeitsplätze verschwunden.

„Die Lage ist ernst für unsere Mitglieder – vor allem beim Zeitungspapier. Wir haben hier jeden dritten Arbeitsplatz verloren“, sagt der Chefökonom der Gewerkschaft, Christer Larsson, dem Schwedischen Fernsehen.

100 Jobs verschwinden jetzt in Braviken außerhalb von Norrköping. Das ist viel für eine kleine Gemeinde, wo die Arbeitslosigkeit bereits bei 12 Prozent liegt. Der 26-Jährige Gustav Nilsson hat fünf Jahre für Holmen in Braviken gearbeitet und wird seinen Job verlieren.

„Das ist schon hart. Ich werde wohl in Stockholm nach einer Arbeit suchen. Da sind die Chancen wohl größer.“

Nilsson ist sich darüber bewusst, dass er selbst auch zum Niedergang der Papierindustrie beigetragen hat.

Weniger Zeitungsleser

„Ich lese weder eine Zeitung aus Papier noch abonniere ich eine. Wie die meisten anderen, die in den 1980er Jahren geboren wurden, lese ich im Internet. Ich sehe das auch bei meinen jüngeren Brüdern. Denen würde nie einfallen, eine Zeitung zu kaufen.“

Die Zukunft für Unternehmen, die Zeitungs- und Druckpapier herstellen, sieht also düster aus. Zeitungen, Zeitschriften und Bücher suchen alternative Wege zum Leser. Experten gehen deshalb davon aus, dass der Markt in den nächsten Jahren um bis zu fünf Prozent jährlich schrumpft. Investitionen in neue teure Papiermaschinen wird es wohl kaum geben. Christer Larsson sieht gar das Ende einer ganzen Branche:

„Wenn nicht mehr investiert wird, haben wir wohl in so 20 bis 25 Jahren nur noch wenige Papierproduktion in Schweden.“

Jan Nylander (SVT)/Dieter Weiand

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