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Mari-Ann Nutti wird ihr Zelt in sieben europäischen Metropolen aufschlagen (Foto: Alberico Lecchini/Radio Schweden)
Kulturhauptstadt rührt die Werbetrommel

Rentierfleisch statt kultureller Höhepunkte

Umeå rührt die Werbetrommel
3:14 min

Europas Kulturhauptstadt 2014 – das nordschwedische Umeå – geht auf Tournee. In sieben europäischen Metropolen will die Kleinstadt auf ihr Kulturprogramm aufmerksam machen. Im Zentrum steht dabei die norschwedische und samische Kultur. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass die Mittel begrenzt sind.

Zusammen mit dem lettischen Riga ist das mit seinen knapp 80.000 Einwohnern relativ kleine Umeå im kommenden Jahr Kulturhauptstadt Europas. Die Arrangeure wollen nichts dem Zufall überlassen und möglichst viele Besucher auch aus dem Ausland in die nordschwedische Provinz Västerbotten locken. Das Programm ist breit angelegt, wie die Verantwortliche Shauna Adams Radio Schweden erklärt.

„Es ist uns sehr wichtig, dass alle teilnehmen können. Dass etwas für jeden dabei ist. Wir sind etwa auch für den Sport offen. Das ist auch Teil der Kultur und kann unser Programm stärken.“

Tournee durch sieben Städte

An Möglichkeiten zur Teilnahme, sollte es nicht mangeln. 80 Veranstaltungen, 100 Projekte, 20 Konferenzen und Dutzende von anderen Aktivitäten machen ein abwechslungsreiches Programm aus. Das will Shauna Adams auch in Kopenhagen, Warschau, London, Amsterdam, Paris, Barcelona und Hamburg vermitteln auch wenn es an kulturellen Highlights mangele, wie sie einräumt.

„Das Programm ist supertoll – aber in einer europäischen Perspektive gesehen sind es wohl nur wenige einzelne besondere Veranstaltungen, die Leute nach Umeå locken. Aber die Jahreszeiten, die Natur hoch oben im Norden und die samische Perspektive haben in meinen Augen wirklich Anziehungskraft. Dann kann man eben noch dazu in Umeå die Kulturveranstaltungen besuchen.“

Sami-Kultur

Die Veranstalter sind sich also darüber bewusst, dass es nur wenige kulturelle Höhepunkte geben wird. Stattdessen setzt man auf die Kultur der Region zu der auch die Sami gehören. Mari-Ann Nutti ist Vorsitzende der Samischen Handwerksstiftung.

„Durch das Kulturhauptstadtjahr soll die Kultur des nordischen Raumes zur Geltung gebracht werden. Hier hat die samische Präsenz eine starke Stellung als eine lebendige Kultur. Sie soll in einer ganzheitlichen Perspektive in unserer Ausstellung zur Geltung kommen - die humane Art zu leben, die deutliche Botschaft des Handwerks. Dann soll die Ausstellung auch die ganzheitliche samische Lebenswiese im Einklang mit der Natur zum Ausdruck bringen – zu leben ohne Spuren zu hinterlassen.“

Schaumwein aus Birkensaft

Ein weiteres Thema soll die Essenskultur der Sami sein. Björn Illipe präsentiert deshalb während der Europatournee ein Essenkonzept. Dazu gehören unter anderem Schaumweine aus Birkensaft, getrocknetes Rentierfleisch und Waldbeeren:

„Wir wollen zeigen, was das schwedische ‚Allemansrätt‘ alles hergibt. In den Wald zu gehen und Beeren zu pflücken. Dieses Gefühl wollen wir vermitteln – mit Kuchen aus Preisel- und Heidelbeeren und einem Dessert aus Moltebeeren. Das wird alles auf einem niedrigen Tisch dargeboten, so dass man das Gefühl hat, mitten in einer europäischen Stadt Beeren zu pflücken.“

Die Tournee beginnt am 5. September in Kopenhagen, der Abschluss ist am 24. Oktober Hamburg .

Alberico Lecchini/Dieter Weiand

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