Stressfaktor Arbeit
Stress

Starker Anstieg von Krankschreibungen erwartet

Stress macht immer mehr Menschen in Schweden krank. Vor allem deshalb hat die Versicherungskasse jetzt ihre Prognosen für Krankschreibungen in diesem und im kommenden Jahr stark nach oben korrigiert.

Für 2013 veranschlage man nun knapp 120 Millionen Euro mehr Krankengeld als noch im Frühjahr erwartet, sagte Jan Larsson, bei der Versicherungskasse für Prognosen verantwortlich, im Schwedischen Rundfunk. Im Jahr 2014 würden die Ausgaben voraussichtlich gar um 330 Millionen Euro höher. Hintergrund sind laut Larsson neue Angaben über den starken Anstieg psychischer Erkrankungen. Insbesondere Beschwerden aufgrund von Stress haben stark zugenommen, wobei Frauen mittleren Alters überrepräsentiert sind.

Der für Sozialversicherungen zuständige Minister Ulf Kristersson zeigte sich im Schwedischen Rundfunk beunruhigt über die Entwicklung. Die jetzt vorherrschenden Krankschreibungen für kürzere Zeit könnten bei ausbleibenden Gegenmaßnahmen in Langzeit-Krankschreibungen und letztlich in Frühberentungen münden, so der Minister. Schweden müsse darauf achten, "nicht in die gleiche Lage wie in den 1980-er und 1990-er Jahren zu geraten". In dieser Zeit wurden jin Schweden jährlich bis zu 70.000 Menschen Frührentner. Derzeit sind es jährlich 12.000.

In Bezug auf die Psychiatrie und die dort vielfach langen Wartezeiten räumte Kristersson ein, der Zugang zu Behandlungen sei "nicht gut genug". Insgesamt habe sich die Leistungsfähigkeit der Psychiatrie aber verbessert. Zudem werde über psychische Erkrankungen heute weitaus offener gesprochen als in früheren Zeiten.

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