Der Widerstand gegen die Grubenindustrie wächst (Foto: Jonas Ekströmer/Scanpix/Linus Nygren/Sveriges Radio. Montage: Sveriges Radio)
Proteste gegen Grubenindustrie

„Schweden kolonisiert Sami-Gebiete“

Repräsentanten der samischen Minderheit haben erneut gegen den Vormarsch der Grubenindustrie in Nordschweden protestiert. 

In einem Artikel in der Tageszeitung Dagens Nyheter werfen sie dem Staat vor, mit der Unterstützung dieser wirtschaftlichen Aktivitäten den Fortbestand der Ren-Weidegebiete und somit der Kultur der Ursprungsbevölkerung zu gefährden. Als aktuelles Beispiel nennen sie das Grubenprojekt des britischen Unternehmens Beowulf in Kalla bei Jokkmokk. Schweden habe die samischen Gebiete stückweise kolonisiert, schreiben die Verfasser, darunter der Vorsitzende des Landesverbandes Schwedischer Sami, Jörgen Jonsson. Die Sami-Gebiete seien an der Grenze dessen angelangt, was sie verkraften könnten. "Soll es Interessen der Grubenindustrie gestattet sein, die Kultur einer Urbevölkerung zu zerstören, obgleich dies gegen grundlegende Menschenrechte verstößt?", heißt es in dem Artikel. Ihre Proteste brachten Repräsentanten der Sami am Mittwoch auch in einem Treffen mit Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson zum Ausdruck.

Gleichzeitig fanden am Mittwoch in Kalla erneut Demonstrationen gegen geplante Probesprengungen statt, die infolge von Blockaden durch die Demonstranten ein weiteres Mal nicht durchgeführt werden konnten. Die Polizei nahm mehrere Aktivisten fest, darunter einen Demonstranten, der sich mit Benzin übergossen und gedroht hatte, sich anzuzünden.

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