Hinter schwedische Gardinen auch im Heimatland?
Immer mehr Gefängnisinsassen aus dem Ausland

Mehr Häftlinge sollen Strafe im Heimatland absitzen

Häftlinge in schwedischen Gefängnissen, die keine schwedische Staatsbürgerschaft besitzen, sollen in Zukunft ihre Strafe leichter im Mutterland absitzen können. Die Regierung hat laut Angaben des Schwedischen Rundfunk einen entsprechen Vorschlag erarbeitet, der von vielen relevanten Institutionen gut geheißen wird.

Hintergrund ist die stark angestiegene Zahl von ausländischen Häftlingen. Hatten vor zehn Jahren noch knapp ein Viertel der Gefängnisinsassen keinen schwedischen Pass, so sind es aktuell über ein Drittel. Eine Rückführung in die Heimatländer macht auch für Vertreter der Anwaltschaft Sinn, da die Resozialisierung dort meist leichter sei.

In dem Vorschlag der Regierung soll die Entscheidung darüber nicht mehr auf politischer sondern auf administrativer Ebene getroffen werden. Dies begrüßt auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Solche Entscheidungen sollten prinzipiell keine politische Dimension haben, so eine Juristin von Amnesty.

Eine Sprecherin der Gerichtsbehörde machte jedoch darauf aufmerksam, dass dies höhere Anforderungen an die Behörden stelle, da diese die Haftbedingungen in Heimatländern überprüfen müssten. Wann der Vorschlag in Kraft treten kann, ist noch nicht bekannt.

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