Tauernde nach der mutmaßlichen Giftgasattacke vergangene Woche
Syrien

Schweden abwartend gegenüber Militäreinsatz

Aufgrund der zugespitzten Situation in Syrien hat der britische Außenminister William Hague den ursprünglich für diesen Mittwoch geplanten Besuch in Schweden eingestellt. Von schwedischer Seite äußert man sich unterdessen abwartend bis kritisch gegenüber einem von den USA geleiteten Militäreinsatz ohne UN-Mandat.

Außenminister Carl Bildt sagte im Schwedischen Rundfunk, er sei „stark beunruhigt“ über die Situation. Wichtig sei nun zunächst, dass die UN-Inspektoren in Syrien ihre Arbeit abschließen könnten. Die Expertengruppe unter Leitung des Schweden Åke Sellström soll vor Ort Klarheit in den vermuteten Giftgasangriff aus der vergangenen Woche bringen, den die syrischen Rebellen dem Regime unter Bachar al-Assad zuschreiben. Nach UN-Angaben vom Mittwochmittag haben die Inspektoren Hinweise dafür gefunden, dass bei den Attacken chemische Waffen zum Einsatz kamen.

"USA als Weltpolizist"

Der ehemalige UN-Waffeninspektor Hans Blix äußerte sich stark kritisch zu den Plänen für ein militärisches Eingreifen in Syrien. Ziel müsse es stattdessen weiterhin sein, eine grundsätzliche Verurteilung des Einsatzes chemischer Kampfstoffe durch den UN-Sicherheitsrat zu erreichen. Er gehe davon aus, dass einer solchen Grundsatzerklärung - ohne die Schuldzuweisung an das al-Assad-Regime - auch Russland, China und der Iran zustimmen könnten. Die USA würden im Fall eines Militärschlags als das Land erscheinen, das die Linie des früheren US-Präsidenten George Bush fortsetze, "als Weltpolizist zu agieren, ohne den Sicherheitsrat zu fragen", so Blix.

Eine Anfrage über die Teilnahme an einem Militäreinsatz in Syrien ist laut Außenminister Bildt an Schweden bisher nicht ergangen. Im Rahmen der so genannten "Partnerschaft für den Frieden" waren schwedische Soldaten in den vergangenen Jahren mehrfach gemeinsam mit NATO-Truppen an friedensbewahrenden Einsätzen beteiligt.

 
Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista