Kopftuch: nicht bei allen Schweden gern gesehen
Haushaltsverhandlungen

Regierung will Islamfeindlichkeit bekämpfen

Die Regierung erhöht die Ausgaben zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Über die bereits beschlossenen 4,6 Millonen Euro hinaus sollen dafür im Laufe der kommenden vier Jahre weitere 2,3 Millionen Euro bewilligt werden.

Wie Integrationsminister Erik Ullenhag dem Schwedischen Rundfunk sagte, haben sich darauf die vier Koalitionsparteien in ihren Verhandlungen zum künftigen Haushalt geeinigt. In den vergangenen Jahren habe Schweden Anstrengungen insbesondere zur Zurückdrängung von Antisemtismus und Islamfeindlichkeit unternommen, so der Minister.

Priorität räume man nun der Bekämpfung von Islamfeindlichkeit ein: "Ebenso wie viele andere Länder haben wir hier allzu viele Menschen, die allzu viele Vorurteile gegenüber dem Islam und Muslimen haben. Die Kenntnisse zu erweitern und entsprechende Diskussionen zu führen, ist für die kommenden Jahre von besonderer Wichtigkeit", sagte Ullenhag.

Wachsende Islamfeindlichkeit hatten in den vergangenen Jahren die jährlichen Umfragen der Universität Uppsala zum Thema Einwanderung belegt. Laut der jüngsten Untersuchung vom November 2012 sind mehr als 20 Prozent der Bevölkerung gegenüber islamischen Symbolen "stark negativ" ein­gestellt. Nicht zuletzt der Fall einer hochschwangeren, mit Kopftuch bekleideten Frau, die kürzlich in Stockholm auf offener Straße niedergeschlagen worden war, belegt laut dem Integrationsminister die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen gegen Intoleranz.

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