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Elite-Internat Lundsberg

Erniedrigungs-Rituale: Elite-Internat muss schließen

Publicerat onsdag 28 augusti 2013 kl 15.54
Lundsberg: Internat mit zweifelhaften Traditionen

Aufgrund von systemischen Erniedrigungen und Misshandlungs-Ritualen muss das Elite-Internat Lundsberg mit unmittelbarer Wirkung geschlossen werden. Dies entschied die Schulaufsichtsbehörde am Mittwoch, nachdem Schüler der oberen Klassen der schweren Körperverletzung gegenüber jüngeren Mitschülern beschuldigt wurden. Das vornehme Internat, das auch Prinz Carl Philip zu seinen Absolventen zählt, hat nun sechs Monate Zeit für durchgreifende Reformen. Die Aufsichtsbehörde schließt allerdings nicht aus, dass Lundsberg für immer seine Pforten schließen muss.

Das Elite-Internat Lundsberg, idyllisch in den dichten Wäldern Värmlands gelegen, war in den vergangenen Jahren in regelmäßigen Abständen in die Schlagzeilen geraten. Von ritualisiertem Missbrauch unter den Schülern war dabei die Rede, von sexuellen Übergriffen und Erniedrigungen. Der schwedische Begriff „nollning“ fiel häufig im Zusammenhang mit Lundsberg. „Nollning“, als „Nullstellung“ beschreibt, wie der jüngere Schüler, ähnlich einem technischen Apparat, auf null zurückgesetzt und wieder neu geformt werden soll.

Viele der Übergriffe, die zum größten Teil von Schülern der älteren Jahrgänge begangen werden, finden laut der Schulaufsichtsbehörde ohne nennenswertes Eingreifen des Schulpersonals statt. Die Aufsichtsbehörde hatte der Internatsleitung deshalb mehrere Rügen und auch Bußgelder erteilt – zuletzt im Herbst vergangenen Jahres. Ein neuerlicher Fall schwerer Körperverletzung ließ bei den Schulinspekteuren aber den Geduldsfaden endgültig reißen: Zwei Jungen im Alter von 14 und 15 Jahren sollen mit einem heißen Bügeleisen Verbrennungen zugefügt worden sein – einer von ihnen musste im Krankenhaus von Örebro behandelt werden. Neun Schüler werden der Tat verdächtigt, zwei von ihnen, beide volljährig, werden von der Polizei verhört.

Missstände ohne Ende

Für die Leiterin der Schulaufsichtsbehörde, Ann-Marie Begler, war damit endgültig der Beweis gebracht, dass die Internatsleitung von Lundsberg die Missstände nicht in den Griff bekommt: „Kinder haben das Recht auf ein sicheres Umfeld. Wir sehen nun, dass die bisherigen Maßnahmen am Internat nicht ausreichen, denn nur kurze Zeit nach unserer letzten Inspektion haben sich weitere ernsthafte Vorfälle ereignet.“

Das Internat wird nun mit unmittelbarer Wirkung schließen müssen. Die etwa 200 Schüler werden den Schulbesuch in den Landkreisen, in denen sie gemeldet sind, fortsetzen können. Sechs Monate hat das Internat Zeit, um die Schulaufsicht davon zu überzeugen, dass reelle Änderungen durchgeführt werden und der Internatsbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Ann-Marie Begler hat bereits betont, dass eine solche Schließung von einem Tag auf den anderen wie jetzt in Lundsberg nur dann durchgeführt wird, wenn die Zustände als völlig unhaltbar angesehen werden und die Sicherheit der Schüler in Frage steht. Einen solchen Fall habe es bislang nur ein einziges Mal in Schweden gegeben.

„Natürlich gibt es ernsthafte Vorfälle an allen möglichen Schulen, und mancher wird sich nun fragen, warum wir ausgerechnet in Lundsberg so drastisch durchgreifen. Für uns ist es deutlich, dass es sich hier nicht um einzelne Vorkommnisse handelt, sondern um eine in Lundsberg insgesamt vorherrschende Kultur. Außerdem wird deutlich, dass die bisherigen Gegenmaßnahmen am Internat es nicht vermocht haben, diese Einstellung, diese Kultur zu ändern. Weder bei den Schülern, noch bei einer Anzahl Erwachsener.“

Oberklasse-Internat mit prominenten ehemaligen

Bereits im Vorfeld hatte der Verwaltungsrat der Stiftung, die Lundsberg verwaltet, die Vorkommnisse schwer bedauert und die eigene Machtlosigkeit gegenüber der Mobbing-Kultur eingestanden: „Ein eindeutiger Verstoß gegen unser Verbot solcher Rituale. Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass wir es in eineinhalb Jahren nicht geschafft haben, diese Regeln durchzusetzen“, sagte Ulf Rehnmark vom Verwaltungsrat dem Schwedischen Rundfunk. Dennoch seien die neuerlichen Übergriffe zumindest gemäß dem geltenden Schulgesetz kein Grund dafür, die mutmaßlichen Täter vollends der Schule zu verweisen.

Die öffentliche Debatte zu Lundsberg war in den vergangenen Jahren häufig als Auseinandersetzung zwischen links-liberalen Medienvertretern und Mitgliedern der schwedischen Oberklasse dargestellt worden. Prinz Carl Philip und vor ihm Prinz Bertil sind nur zwei der prominenten Schweden, die das 1896 gegründete Internat besucht haben. Wie ein ehemaliger Schüler anonym der Zeitung Svenska Dagbladet sagte, ziehe die ständige Medienkritik den Ruf der Lundsberger in den Schmutz. Es würde sich für viele ehemalige nun so anfühlen, als könne man nicht mehr stolz darauf sein, diese Schule besucht zu haben.

Hansjörg Kissel / SR Ekot

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