Ryanair-Chef Michael O´Leary am Donnerstag in Stockholm
Billigflieger in der Kritik

Schwedische Studie: Ryanair entschädigt am wenigsten

Billigflieger Ryanair ist von allen Fluglinien am wenigsten geneigt, freiwillig ihre Fluggäste bei eingestellten oder stark verspäteten Flügen zu kompensieren. Dies zeigt eine Zusammenstellung der schwedischen Verbraucherzeitung Råd & Rön und dem Reisemagazin Vagabond.

Die Untersuchung stützt sich auf Urteile des öffentlichen Beschwerdegerichts (ARN), das nicht-bindende Empfehlungen bei Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Anbietern ausspricht. Demnach war Ryanair im vergangenen Jahr in 24 Beschwerdefällen dazu angehalten, ihre Fluggäste zu entschädigen. In der Hälfte aller Fälle habe Ryanair die Empfehlung ignoriert.

Der irländische Billigflieger liegt damit vor British Airways, die mit sieben ausgebliebenen Ersatzzahlungen auf Platz zwei der Liste liegen.

Die häufigsten Konflikte entzünden sich an einer EU-Verordnung über Ersatzzahlungen nach eingestellten oder verspäteten Flügen. Demnach müssen die Fluglinien keinen Ersatz zahlen, wenn ausgewöhnliche Umstände die Verzögerungen verursachten. Viele Fluglinien neigen dazu, technische Defekte oder schlechte Wetterlage als solche Umstände anzugeben, schreibt das Magazin Vagabond.

Der Vorsitzende von Ryanair, Michael O´Leary, hatte am Donnerstag Stockholm besucht um sich zu den jüngsten Vorwürfen über schlechte Arbeitsbedingungen zu äußern. O´Leary betonte, dass Ryanair niemanden daran hindern würde, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Das geheime Netzwerk der Ryanair-Piloten, über das schwedische Medien Anfang der Woche berichtet hatten, sei vor allem von ehemaligen Mitarbeitern der Billigfluggesellschaft organisiert, die Ryanair dazu bringen wollten, Gewerkschaften anzuerkennen und mit diesen zu verhandeln. Diese Piloten hätten Verbindungen zu anderen Fluglinien wie etwa KLM oder Air France, so der Ryanair-Chef.

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