Auf Jobsuche im Arbeitsamt (Foto: Bertil Ericson/Scanpix)
Alles digital

Neue Regeln für Arbeitslosengeld

"Die Auswertung wird effektiver"
3:00 min

Zum 1. September treten in Schweden neue Regeln für den Bezug von Arbeitslosengeld in Kraft. Unter anderem müssen Arbeitslose künftig jeden Monat ihre Bemühungen zur Jobsuche in einem schriftlichen Bericht dokumentieren, der dem Arbeitsamt digital übermittelt wird.

„Schon jetzt haben wir mit jedem Arbeitssuchenden eine Übereinkunft darüber, für welche freien Stellen er oder sie sich bewerben und an welcher Ausbildung der Einzelne teilnehmen soll“, erläutert Göran Åhman, der bei der Arbeitsvermittlung den Übergang zur digitalen Berichterstattung als Projektleiter betreut. „Und beim nächsten Kontakt mit dem Arbeitssuchenden gehen wir dann durch, was davon wie realisiert worden ist. Wenn wir die Unterlagen künftig digital bekommen, kann diese Auswertung viel effektiver laufen als bisher.“

Weniger Geheimhaltung

Der mündliche Bericht beim Besuch des Arbeitsamtes wird also durch ein Formular ersetzt, das der Arbeitssuchende monatlich im Computer ausfüllt und seinem Arbeitsvermittler schickt. Wer nicht entsprechend digital ausgerüstet sei, werde weiterhin auf die althergebrachte Art Bericht erstatten können, versichert Åhman; allerdings geht man davon aus, dass die übergroße Zahl der Betroffenen die digitale Variante wählt. Die Vorteile liegen laut Åhman auf der Hand: Der Sachbearbeiter könne sich mithilfe der vorliegenden Informationen besser auf das persönliche Gespräch mit dem Jobsuchenden vorbereiten. Statt über die Aktivitäten der letzten Wochen zu diskutieren, könne man im Gespräch nach vorn blicken.

Dass die Digital-Variante erst jetzt eingeführt wird, hat laut Göran Åhman mit gelockerten Regeln zur Geheimhaltung zu tun: „Früher gab es juristische Hinderungsgründe, also Begrenzungen für die Art und Weise der Information, die wir über das Internet vermitteln durften – zum Beispiel bei Fragen, für welche Jobs sich jemand beworben und was er in der übrigen Zeit gemacht hat. Nun dürfen wir solche Informationen in den allermeisten Fällen über das Internet anfordern.“

Strafen für Säumige

Weitere Veränderungen ab dem kommenden Monat betreffen die Sanktionen, die das Arbeitsamt bei Nichterfüllung von Auflagen verhängen kann. Für denjenigen, der beispielsweise einen angebotenen Job ausschlägt oder Termine beim Arbeitsamt versäumt, soll es künftig mehr Warnungen und temporäre Kürzungen des Arbeitslosengeldes geben, ehe die Auszahlung der Bezüge gänzlich gestoppt wird.

Während die Arbeitsämter für die Umsetzung der Reformen an die 150 neue Sachbearbeiter eingestellt haben, bleiben die Erfolgsaussichten abzuwarten. Bislang gilt die zentrale Arbeitsvermittlung als diejenige schwedische Behörde, die unter der Bevölkerung das geringste Vertrauen genießt; in einem entsprechenden Index des Meinungsforschungsinstituts Sifo landete das Amt im Juli bei minus 27 (der Wert für das am stärksten vertrauenswürdig eingeschätzte Amt für Verbraucherschutz lag bei plus 46). Erst am vergangenen Wochenende war die Generaldirektorin der Arbeitsvermittlung von ihrem Amt entbunden worden.

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