Da kommt er
Obama besucht Schweden

„Schweden hat darauf wohl 60 Jahre lang hingearbeitet"

Schweden nehmen es gelassen
2:27 min

Zum ersten Mal besucht mit Barack Obama ein US-Präsident Schweden zu bilateralen Gesprächen. Schweden hat sich mit einem großem Sicherheitsaufgebot auf das Ereignis vorbereitet. Das kleine Land ist stolz, für einen kurzen Augenblick auf der Weltbühne zu stehen. Über den politischen Wert des Besuches streiten sich allerdings Experten und Passanten.

Kurz nach zehn Uhr am Mittwochvormittag ist die Air Force One von US-Präsident Barack Obama auf dem internationalen Flughafen Stockholms gelandet. Ein Besuch, dem Schweden entgegengefiebert hat. Dies bestätigt auch Außenminister Carl Bildt, der zum Begrüßungskomitee gehörte:

„Schweden hat darauf wohl 60 Jahre lang hingearbeitet. So gut wie jede Regierung hat eine Einladung ausgesprochen. Das bedeutet viel für die schwedisch-amerikanischen Beziehungen“, so Bildt und er beeilt sich, auch die amerikanisch-nordeuropäischen Beziehungen hinzuzufügen. Denn am Mittwochabend trifft Obama auch die Regierungschefs von Finnland, Dänemark, Island und Norwegen.

Sicherheit geht über alles

Das Sicherheitsaufgebot ist massiv. Viele Stockholmer sind der Aufforderung gefolgt, ihr Auto heute zu Hause zu lassen, denn Teile der Innenstadt sind stundenlang oder gar für die zwei Tage des hohen Besuches komplett gesperrt. Die meisten Stockholmer nehmen es gelassen.

„Ich bin froh, dass er hierherkommt. Schweden kann die Politik beeinflussen, obwohl wir nur ein kleines Land sind“, glaubt eine vom Schwedischen Rundfunk befragte Passantin.

„Das Ganze ist doch ein wenig aufgeblasen. Das finde ich etwas unnötig,“ meint eine andere.

„Man kann sich nicht so richtig über diesen Besuch erregen“, so ein weiterer Passant.

Kein Weltereignis

Der Besuch Obamas ist für Schweden ohne Zweifel ein großes Ereignis – für die Weltpolitik ist er dagegen ohne größere Bedeutung.

Im Vorfeld wurde viel darüber diskutiert, inwiefern Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt sensible Themen wie etwa den Abhörskandal, Guantanamo oder Drohnen-Angriffe auf Zivilisten zur Sprache bringen werde. Darauf reagierte Reinfeldt am Morgen vor dem Obama-Besuch noch gelassen.

„Ich glaube nicht, dass es mir schwer fallen wird irgendein Thema anzusprechen. Es fällt mir schwer, diese Behauptungen zu verstehen. Das ist nicht meine Erfahrung.“

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