Die Polizei sichert Spuren nach einem Doppelmord in Göteborg am Mittwoch
Gewalttätigkeiten in Göteborg

Doppelmord in Göteborg: Lokalpolitiker fordern strengere Waffenbestimmungen

Nach jüngsten Gewalttaten im westschwedischen Göteborg haben Lokalpolitiker der Stadt strengere Waffenbestimmungen gefordert.

Die jetzige Situation sei „vollständig unakzeptabel“; die Gesellschaft müsse härter gegen illegale Anwendung von Waffen vorgehen, sagte Anneli Hulthén, Vorsitzende im Kommunalvorstand – vergleichbar mit dem Amt einer Bürgermeisterin – der Nachrichtenagentur TT. Für diesen Montag ist eine Krisensitzung mit Kommunalvorstand, Polizei und Rettungsdiensten einberufen worden, um ein genaures Bild der Lage zu erarbeiten. Hulthén reagierte damit auf mehrere Gewalttätigkeiten der vergangenen Woche. Am Mittwoch waren im Göteborger Stadtteil Biskopsgården zwei Männer auf offener Straße erschossen worden. Am Sonntag wurden zudem mehrere Schüsse auf ein Mehrfamilienhaus im selben Stadtteil abgefeuert – laut Polizeiangaben gibt es einen Zusammenhang zum Doppelmord vom Mittwoch; das Schwedische Fernsehen berichtet von einem möglichen Bandenkrieg zwischen rivalisierenden Gangs.

Ebenfalls am Sonntag war ein Mann im Stadtteil Lundby ins Bein geschossen worden – diese Tat steht laut der Polizei allerdings in keinem Zusammenhang mit den anderen Gewalttätigkeiten in Göteborg.

Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt betonte am Montag, dass schwere Gewaltverbrechen härtere Folgen nach sich ziehen müssten und dass lebenslängliche Freiheitsstrafen das Normalstrafmaß für Mord sein sollten. Es habe noch nie so viele Polizisten, Staatsanwälte und Richter in Schweden gegeben wie heute – man wolle die Rechtsgesellschaft für deutlichere Reaktionen rüsten, so der Ministerpräsident. Gleichzeitig ginge es aber auch um das Gesellschaftsklima, wie Ausbildungen funktionieren würden und wie es um die Möglichkeit stünde, einen Job zu kriegen.

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