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Anna Lindh mit ihrem charakteristischen kleinen Rucksack.
Junge Schweden über Anna Lindh

"Ich glaube, sie war eine starke Person"

Zum zehnten Jahrestag des Mordes an Anna Lindh wird in Schweden auf vielfältige Weise an die beliebte sozialdemokratische Politikerin erinnert. Zeitungen, Radio und Fernsehen sind voll mit Reportagen über das Leben Lindhs und die Auswirkungen des Attentats auf die schwedische Politik und Gesellschaft. Am Montag gab es eine Gedenkzeremonie und am Mittwochabend wird in Stockholm zu ihren Ehren ein großes Konzert stattfinden.

Doch was wissen junge Schweden heute eigentlich noch über Anna Lindh? Kennen sie ihren Namen nur aus der aktuellen Berichterstattung oder können sie sich noch an die dramatischen Ereignisse von vor zehn Jahren erinnern? Radio Schweden-Reporter Frank Luthardt hat sich auf dem Anna Lindh-Platz in Stockholm umgehört.

"Ich weiß nicht so viel über sie, weil ich noch sehr klein war, als sie gestorben ist. Das Einzige, was ich von ihr weiß, ist, dass sie ermordet wurde. Darüber wurde im Fernsehen berichtet, als ich klein war", fasst die 17-jährige Emma ihr Wissen über Anna Lindh zusammen.

Auch ihre gleichaltrige Mitschülerin Loisa Eriksson hat lediglich davon gehört, dass die Frau, nach der sie gefragt wird, vor einigen Jahren ermordet wurde, und Angelica Björk Wahlberg weiß nur, dass Anna Lindh Politikerin war. Die 15-jährige Jessica Larsson ergänzt aber: "Sie war Sozialdemokratin und Außenministerin und wurde ermordet - so 2003, glaube ich."

Versteckter Platz zu Ehren der Ministerin

Irgendetwas gehört von dieser Anna Lindh haben die meisten schon einmal, die auf dem Platz vor der Åsö-Schule im Herzen von Södermalm in Stockholm ihre Mittagspause verbringen. Dort ist seit einigen Jahren ein kleiner und unscheinbarer Bereich nach der vor zehn Jahren ermordeten damaligen Außenministerin benannt. Ein Denkmal, eine Plakette oder etwas Ähnliches gibt es allerdings nicht auf diesem Anna Lindh-Platz. Es ist lediglich eine asphaltierte Fläche, die teilweise mit ein paar Blumenkübeln und einigen Tischen einer dort gelegenen Pizzeria zugestellt ist. Daher ist es vielleicht auch nicht so verwunderlich, dass viele Schüler noch gar nicht bemerkt haben, welchen Namen der Platz vor ihrer Schule eigentlich trägt.

Die Ereignisse vor zehn Jahren haben sich bei vielen aber dennoch ins Gedächtnis eingebrannt: "Ich kann mich noch daran erinnern, wie das damals war, als ich das in den Nachrichten gesehen habe. In der Schule sollten wir eine Schweigeminute für sie einlegen und es war das einzige Thema, worüber überhaupt in den Nachrichten berichtet wurde", erzählt Jessica Larsson.

Mord an Lindh Thema in der Schule

Auch beim 20-jährigen Pär Ambjörn sind die Erinnerungen an 2003 noch recht lebendig: "Ich glaube, es muss unter der Woche passiert sein, denn ich weiß noch, dass wir in der Schule darüber geredet haben. Wir haben unseren Lehrer darauf angesprochen. Es war ja ein bisschen wie nach dem 11. September 2001, dass man in der Schule darüber reden konnte. Bevor der Mord passiert ist, wusste ich wohl nicht, wer Anna Lindh überhaupt war. Aber uns wurde damals gesagt, dass man keine Angst haben müsse. Man sollte darüber reden, was passiert war, aber das war's dann auch."

Arvid Öhrn Björkvall ist vor allem die ausführliche Berichterstattung, die damals tagelang kaum ein anderes Thema mehr kannte, im Gedächtnis geblieben: "Es war hysterisch. Meine Eltern haben davon erzählt, als damals Olof Palme ermordet wurde. Das war zwar noch vor meiner Zeit, aber man kann das vielleicht vergleichen. Oder mit dem 11. September. So beherrschend war diese Nachricht damals, dass eine Ministerin umgebracht worden war."

Auch in seiner Schule wurde eine Schweigeminute für Anna Lindh eingelegt: "Ich glaube allerdings nicht, dass irgendjemand richtig verstanden hat, was eigentlich passiert war. Für uns waren das nur ein Name und ein Ereignis. Es fühlte sich etwas aufgezwungen an", beschreibt der heute 18-Jährige die damalige Situation.

"Man stößt immer mal darauf"

Direkt neben der Åsö-Schule am Anna Lindh-Platz liegt auch eine Einrichtung der Erwachsenenbildung, wo man zum Beispiel als Zuwanderer Sprachkurse belegen kann. Dort lernt zurzeit auch Abubakar Kateregga Schwedisch. Obwohl er vor zehn Jahren noch nicht in Schweden war, hat er ebenfalls schon von Anna Lindh gehört: "Vor allem hier in der Schule und auch ab und an in den Nachrichten. Man stößt immer mal darauf. Und wenn man, wie ich, etwa in einem Altersheim arbeitet, dann erzählen einem die Kollegen gerne alles Mögliche über Schweden."

Abubakar und sein Bekannter Mustapha Drammeh haben sich anhand dieser Informationen und Erzählungen inzwischen auch ein Bild vom Menschen Anna Lindh gemacht. "Ich glaube, sie war eine gute Person", sagt Mustapha. Und Abubakar fügt hinzu: "Dass man immer wieder von ihr hört, zeigt, dass sie ein Mensch war, den alle mochten."

Ikone der Sozialdemokraten

"Ich glaube, sie war eine starke Person, die gerne ihren Willen durchsetzen wollte", fasst Jessica Larsson ihr Bild von Anna Lindh zusammen. Und Arvid Öhrn Björkvall bemerkt, dass die Politikerin posthum zu einer Art sozialdemokratischen Lichtgestalt hochstilisiert wurde: "Sie war unglaublich beliebt. Für Sozialdemokraten wurde sie, nachdem sie gestorben war, zu so etwas wie einer Heiligen. Also nicht im religiösen Sinn, aber sie ist inzwischen schon zu einer Ikone geworden."

Frank Luthardt

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