Barrikade gegen Probebohrungen in Kallak
Anti-Diskriminierungsbeuaftragte fordert Kurswechsel

Sami-Politik erneut in der Kritik

Nach der Kritik der Vereinten Nationen gegen Schwedens Urbevölkerungspolitik hat nun auch die Anti-Diskriminierungsbeauftragte einen Kurswechsel in der Sami-Politik gefordert.

Obwohl bereits 1977 die Sami als Urbevölkerung anerkannt und der Rentierzucht 1981 per Gerichtsbeschluss besonderer Schutz eingeräumt wurde, hätte sich bis heute keine konkrete Urbevölkerungspolitik herausgebildet. Dies schreibt die Anti-Diskriminierungs-Beauftragte Agneta Broberg in einem Gastartikel der Tageszeitung Dagens Nyheter. Die jüngste Entwicklung in dem Konflikt um Probebohrungen von Bergbauunternehmen im nordschwedischen Kallak sei nur ein weiterer Beleg für den Mangel einer konkreten Sami-Politik. Samische Belange wie die Rentierzucht würden in solchen Konflikten häufig als Einzelinteressen einem gesellschaftlichen Allgemeininteresse gegenübergestellt, wobei die Sami meist den Kürzeren ziehen würden.

Gegenüber Radio Schweden forderte Broberg, dass auch Schweden die Urbevölkerungs-Konvention der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) der UN anerkennt. Die Gebiete der Sami müssten mit diesem Schritt von der Regierung identifiziert werden, was bislang noch nicht in ausreichendem Maße geschehen sei. Damit werde es den Sami künftig ermöglicht in Rechtskonflikten zu den Gebieten beweisen zu können, dass sie dieses Land seit Urzeiten bewirtschaftet hätten, so Broberg.

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