Allan Carlsson und Håkan Wirtén vom WWF (rechts) präsentieren die Drohne, die Wildhütern in Tansania helfen soll (Foto: Maria Reitsch/Sveriges Radio; Allan Carlsson/WWF)
Tansania

Schwedische Drohnen gegen Wilderer

„Wilderer-Schreck“ des WWF
3:24 min

Mit der Lieferung von Drohnen nach Tansania erschließt sich Schweden derzeit einen neuen Exportzweig. Die unbemannten Flugzeuge sollen nicht in herkömmlichen Militärkonflikten zum Einsatz kommen, sondern in dem erbitterten Krieg, den das ostafrikanische Land seit Jahren gegen Wilderer führt. Mithilfe der Drohnen aus Schweden will der Weltnaturfonds Leben retten – das Leben von Elefanten und Nashörnern und nicht zuletzt das von Menschen.

Tag für Tag riskieren Wildhüter in Afrika ihr Leben, um Elefanten und Nashörner vor den illegalen Jägern zu schützen. Oft scheint der Kampf aussichtslos. Die Wildererbanden sind vor allem auf Stoßzähne und Hörner aus, sie werden immer brutaler, ihre Geschäfte sind lukrativ, die Strafen bei Entdeckung vergleichsweise gering – oft liegen sie gerade mal bei ein paar hundert Dollar. Ein Klacks angesichts der winkenden Gewinne: Bis zu 65.000 Dollar kostet ein Kilo Nashorn-Hörner in Asien, wo der begehrte Rohstoff unter anderem in der traditionellen Medizin verwendet wird. „Die illegale Jagd in Afrika hat enorm zugenommen, vor allem mit Blick auf den asiatischen Markt“, erklärt Håkan Wirtén, Generalsekretär des Weltnaturfonds, WWF. „Oft kommen die Banden nur für ein paar Tage, jagen intensiv und schmuggeln die Beute dann nach Thailand oder an andere Plätze auf dem asiatischen Markt.“

Klein, aber oho

Nun also lanciert der WWF eine, wie man hofft, hochwirksame Waffe gegen die Wilderer: unbemannte Flugzeuge, die ferngesteuert sind und deren eingebaute Kamera Wildhüter auf dem Bildschirm einfangen soll. Kürzlich hat der WWF seinen neuen „Wilderer-Schreck“ öffentlich vorgeführt. Die Drohne inklusive Kamera wiegt gerade einmal 1,2 Kilo und erinnert mit ihrer Flügelspannbreite von reichlich einem Meter an ein Modellflugzeug. Sie kann in einer Höhe von mehreren hundert Metern fliegen, wobei Start und Landung von fern gesteuert werden müssen; in der übrigen Zeit läuft die Maschine über den Autopiloten. Hersteller des ersten vom WWF gekauften Flugzeugs ist die Smartplanes AB. Das im nordschwedischen Skellefteå angesiedelte Unternehmen ist Spezialist für unbemannte Flugzeuge und hat bisher unter anderem die Forstwirtschaft beliefert.

Überblick aus der Ferne

Für die Wächter in den Nationalparks sollen die Kleinflugzeuge eine wichtige Hilfe werden, so Allan Carlsson, Naturschutzexperte beim WWF: „Die Park-Wächter können auf diese Weise schon im Voraus sehen, was sich in den sensiblen Gebieten abspielt, in denen Wilderer notorisch zugange sind. Statt einen der oft schlecht ausgerüsteten Wächter unvorbereitet in diese Gefahrenzone zu schicken, schickt man ein unbemanntes Flugzeug, das in dem Gebiet Bilder macht. Eine halbe Stunde später hat man dann die nötigen Informationen – wie viele Wilderer da sind, wo sie ihre Ausgangsbasis haben und was sie gerade tun. Dann kann man die richtigen Leute losschicken.“

In ersten Tests hat die Drohne schon vielversprechende Ergebnisse geliefert. Deshalb werde man es auch nicht bei dem bisher eingekauften, einzigen Modell belassen, erklärt WWF-Generalsekretär Wirtén. Ziel ist der Einsatz weiterer Flugzeuge, die die Wilderer mit noch besserer Technik bekämpfen sollen, so mit Spezialkameras für das Fotografieren im Dunkeln.

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