Unkonventioneller Vorschlag

Königin Silvia als Deutschlehrerin?

2:30 min

Zum Thema Deutschlehrer-Mangel in Schweden hat sich der Grundschullehrer und Freizeit-Karikaturist Åke Backman aus Stockholm seine Gedanken gemacht. Sein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag zur Behebung des Problems ist am Freitag in gezeichneter Form in der Zeitung Dagens Nyheter erschienen. Radio Schweden rief bei ihm an.

"Ich finde es sehr schade, dass die deutsche Sprache inzwischen mehr oder weniger aus den schwedischen Schulen verschwunden ist. Als ich in der Zeitung las, dass derzeit nur sehr wenige Deutschlehrer ausgebildet werden, kam mir die Idee für diese Zeichnung. Aus Scherz habe ich geschrieben, dass Deutschkenntnisse in sowohl Hütten als auch Palästen händeringend gesucht werden. Und weil Königin Silvia eine der bekanntesten deutschsprachigen Personen in Schweden ist, fand ich es passend, sie in meiner Karikatur vorkommen zu lassen. Ich meine natürlich nicht, dass sie als Deutschlehrerin arbeiten soll - das wird sie natürlich nicht tun. Aber ich wollte darauf aufmerksam machen, dass die deutsche Sprache wirklich benötigt wird - besonders jetzt, da wir sehr viel Kontakt mit Deutschland haben", beschreibt Åke Backman den Entstehungsprozess seiner Karikatur.

Bestens für den Job geeignet

In dieser steht Königin Silvia, ordentlich gekleidet und frisiert, mit Brosche an der Bluse, in einem Klassenraum und präsentiert sich den verwunderten Schülern als deren neue Deutschlehrerin, während in der Tür die Sicherheitsleute von der Geheimpolizei die Szene im Blick behalten. Backman hat der Königin dabei unter anderem die deutschen Wörter "Guten Morgen Kinder!" in den Mund gelegt.

"Ich glaube, sie wäre eine sehr gute Deutschlehrerin, wegen ihrer Kenntnisse, weil sie ja so viele Sprachen kann. Und in ihrem Beruf als Königin hat sie durchaus pädagogische Fähigkeiten an den Tag gelegt. Deshalb bin ich mir sicher, dass sie den Job gut machen würde", meint Åke Backman.

Silvia wäre gute Deutsch-Botschafterin

Und auch abgesehen vom nicht wirklich ernst gemeinten Vorschlag eines Karrierewechsels der Königin ist der Karikaturist überzeugt davon, dass ein Engagment Silvias für das Deutsche Wirkung zeigen könnte: "Ehrlich gesagt glaube ich, dass es gar keine so schlechte Idee wäre, wenn sie dafür eine Bresche schlagen würde, um das Interesse an der deutschen Sprache zu erhöhen. Dafür wäre sie definitiv eine geeignete Ansprechpartnerin."

Doch selbst wenn sich die Königin nicht als Botschafterin gewinnen lässt, ist Åke Backman vorsichtig optimistisch, was die Zukunft von Deutsch als Fremdsprache in Schweden angeht. Die Bedeutung Deutschlands als Handelspartner nimmt zu und viele junge Leute fahren gerne in die hippe Metropole Berlin. Wenn sich jetzt noch das Image von Sprache und Land etwas bessert, dürfte auch das Interesse wieder zunehmen.

Karikaturen reichen nicht aus

Um das zu erreichen, gibt es viele verschiedene Wege, so Backman: "Man kann nicht nur Karikaturen zeichnen, sondern auch in den Massenmedien, im Fernsehen darauf aufmerksam machen. Oder einfach etwas mehr Kontakt mit Deutschland aufbauen."

Frank Luhardt

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