Effekterhöhung schwedischer Reaktoren

Kernkraft wieder auf Hochtouren

Mit milliardenschweren Investitionen wird die Energieleistung der schwedischen Kernkraft derzeit ausgebaut, was Energieexperten und Umweltschützer auf ihre jeweils eigene Art kritisieren.

Er sei verwundert, dass trotz der enormen Aufrüstungen der Reaktoren die Produktionsleistungen nicht noch höher seien, sagte Christian Ekberg, Professor für Kernchemie an der Technischen Hochschule Chalmers, der Nachrichtenagentur TT. Nach kräftigen Modernisierungen werden allerdings für Oskarshamn 3 und Forsmark 2 neue Produktionsrekorde in diesem Jahr erwartet. Für Reaktor 2 in Oskarshamn, mit umgerechnet mehr als 920 Millionen Euro modernisiert, wird eine Jahresleistung von über 10 Terawattstunden erwartet.

Harsche Kritik an der Aufrüstung der Atommeiler kam nicht zuletzt seitens der Grünen, die in der vergangenen Woche dem Parlament einen Antrag auf Abbruch der derzeitigen Reaktor-Effekterhöhung vorgelegt haben. Die Sicherheit würde unter dieser Effekterhöhung leiden, sagte Parlamentsabgeordnete Lise Nordin. Reaktor 1 in Oskarshamn sei erst kürzlich von der Internationalen Atomenergie-Organisation als einer der schlechtesten Reaktoren der Welt bezeichnet worden. Dieser sollte permanent stillgelegt werden und die jetzigen Investitionen stattdessen in erneuerbare Energien fließen, so Lise Nordin.