Kritik von Entwicklungsorganisationen

Asylgelder statt Entwicklungshilfe

Von allen vergleichbaren Ländern in Europa verteilt Schweden die meisten Entwicklungshilfegelder zur Deckung der Flüchtlingskosten im Land um.

Im vergangenen Jahr wurde ein Zehntel der schwedischen Gelder, die ursprünglich für Aufbauprojekte in Entwicklungsländern eingeplant waren, für Flüchtlingseinrichtungen in Schweden verwendet. Dies zeigt eine Untersuchung der Entwicklungsorganisation Concord Europa, die Ende diesen Monats veröffentlicht wird und bereits der Tageszeitung Svenska Dagbladet vorliegt. Zum Vergleich: Deutschland und Großbritannien verwenden weniger als 1 Prozent ihrer Entwicklungshilfe für die Finanzierung ihrer Asylbewerbereinrichtungen. Im skandinavischen Nachbarland Dänemark sind es knapp halb so viele wie in Schweden. Nur in Zypern und Malta fällt die Umverteilung noch größer aus.

Für dieses Jahr wird erwartet, dass bis zu 13 Prozent der Entwicklungsgelder Asylsuchenden im eigenen Land zu Gute kommen sollen.

Peter Sörbom von Concord beklagte gegenüber der Zeitung die „zunehmende Aushöhlung der Entwicklungshilfe“. Es sei zwar wichtig, dass Schweden eine großzügige Asylpolitik betreibe. Gleichzeitig würde aber ein weitaus größerer Teil der Entwicklungshilfe umverteilt werden, als dies in anderen Ländern üblich sei.

Wie eine Untersuchung der kirchlichen Diakonia zeigt, sind die Asylkosten in Schweden in den vergangenen Jahren stark angestiegen. 2007 wurden durchschnittlich etwa 5.500 Euro pro Flüchtling aufgewendet. In den vergangenen sechs Jahren waren dies im Durchschnitt etwas mehr als 10.000 Euro für jeden Flüchtling.

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